„Bertelsmann ohne Grenzen“: Media-Riese gründet Online-Journalisten-Schule – will Reporter im Ausland unterstützen

18. September 2010 | by Jochen Siegle

 Medien-Riese Bertelsmann gründet Journalistenschule im Netz Europas größter Medienkonzern Bertelsmann will mit einer Online-Journalistenschule Reportern im Ausland helfen, die unter Zensur und Verfolgung arbeiten müssen. Zunächst sollen jedes Jahr 20 Berichterstatter über das Netz und mit Seminaren in Deutschland ausgebildet werden.

Das Projekt soll Ende 2011 offiziell mit dem Lehrbetrieb beginnen. Die «International Academy of Journalism» werde jedoch keine Anfänger ausbilden, sondern gezielt Multiplikatoren fördern, die bereits herausragen, hieß es. Sie sei als «Brückenkopf des professionellen Journalismus» gedacht.
Die die vier Chefredakteure Thomas Osterkorn («Stern»), Georg Mascolo («Spiegel»), Giovanni di Lorenzo («Zeit») und Peter Klöppel (RTL) wollen das Projekt unterstützen. Es wurde zu Bertelsmanns 175-jährigem Jubiläum ins Leben gerufen, das am Donnerstagabend in Berlin gefeiert wurde.

Schirmherr ist EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso. «Qualitativ hochwertiger Journalismus ist einer der Grundpfeiler der Demokratie», sagte er. Noch vor wenigen Jahrzehnten seien in Teilen Europas Journalisten behindert oder sogar getötet wurden. Heute seien freie Meinungsäußerung und Pressefreiheit in der Europäischen Union selbstverständlich, doch längst nicht in ganz Europa.

Nach den Worten von RTL-Chefredakteur Klöppel wollen die Organisatoren in den nächsten Monaten ein Feinkonzept dafür erarbeiten, was die Online-Akademie vermitteln wird. Schon jetzt gebe es aber auch die Überlegung, durch gezielte Berichterstattung der eigenen Medien den Kollegen in Ländern ohne Pressefreiheit zu helfen.

«Wir wollen nicht nur zeigen, wie elementar wichtig Pressefreiheit ist, sondern auch, dass gut ausgebildeten, global vernetzten Journalisten mit hohem Qualitätsanspruch aus unserer Sicht die Zukunft gehört», sagte Bertelsmann-Vorstandschef Hartmut Ostrowski. «Die neuen Medien bieten dazu nie dagewesene Möglichkeiten und eröffnen uns denkbar effiziente Wege, um die Journalisten vor Ort zu erreichen und zu unterstützen.» Ein Beirat werde Stipendiaten auswählen, die sich als engagierte Journalisten in ihren Heimatländern bereits einen Namen gemacht haben.

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