[IFA] E-Home-Studie: Basis-Infrastruktur für Heimvernetzung bereits vorhanden

5. September 2010 | by TechFieber.de

home network e-homeGute Aussichten für die CE-Branche: Eine aktuelle Marktstudie der Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (gfu) und des Bundesverband Technik des Einzelhandels e.V. (BVT) unterstreicht die wachsende Bedeutung der Heimvernetzung für Endverbraucher. Industrie und Handel erwarten große Marktpotenziale. Dies teilten BVT und gfu anlässlich der IFA in Berlin mit.

„Handel und Industrie sind gemeinsam gefordert, die Wissenslücken beim Konsumenten zu schließen und die Potenziale, die die Heimvernetzung bietet, optimal zu nutzen.

Die Einschätzung des Marktvolumens für dieses Jahr in Höhe von 9,5 Milliarden Euro für die CE-relevante private Heimvernetzung zeigt die große Bedeutung dieses Bereichs auf“, so Dr. Rainer Hecker, Aufsichtsratsvorsitzender der Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik mbH (gfu). „Wir wollten vom Konsumenten wissen, was er von Heimvernetzung weiß und erwartet. Unsere gemeinsame Studie von gfu und BVT zeigt uns, wie wir die Kundenwünsche am besten erfüllen“, sagt Willi Klöcker, Vorstandsvorsitzender des Bundesverband Technik des Einzelhandels e.V. (BVT).

Das Angebot an geeigneten Geräten wächst kontinuierlich wie auch die Nutzungs-Möglichkeiten der Heimvernetzung. Doch welche Voraussetzungen für Heimvernetzung und wie viel Wissen darüber gibt es bereits in den Haushalten? Welche Möglichkeiten werden genutzt? Warum vernetzen die Konsumenten ihre Geräte und wie sind sie damit zufrieden? Dies ist nur ein Auszug der Fragen, die im Rahmen einer aktuellen Studie* gestellt wurden.

„Insgesamt wird das Thema Heimvernetzung als Zukunftsthema gesehen. 67 Prozent der Befragten sehen einen Bequemlichkeitsfaktor oder sie ist im Alltag sehr hilfreich. Für 66 Prozent wird Heimvernetzung die Zukunft sein“, zitiert Aufsichtsratsvorsitzender der Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik mbH (gfu) Dr. Hecker aus der Studie.“

Bei aller Begeisterung für die neuen Vernetzungsmöglichkeiten im Haushalt ist das Thema Heimvernetzung bei vielen Verbrauchern aber noch nicht richtig angekommen. 75 Prozent der Befragten gaben an, sich noch nicht ausreichend damit beschäftigt zu haben. 67 Prozent fühlen sich darüber nicht ausreichend informiert und 60 Prozent gaben an, die Kosten und der Aufwand seien zu hoch. Lediglich 53 Prozent verfügen nicht über die erforderlichen Geräte und Komponenten.

Viele Nutzungsmöglichkeiten der Heimvernetzung sind noch nicht ausgeschöpft. Dies birgt entsprechend ein großes Potenzial für Handel und Industrie. Die Bereitschaft zur Heimvernetzung ist auch bei den Nichtnutzern groß. Laut Willi Klöcker, ist das Thema Heimvernetzung jetzt im realen Geschäft angekommen: „Für den Fachhandel bietet Vernetzung die Chance, seine Beratungskompetenz in die Waagschale zu werfen. Mit umfassender Informationen, individueller Beratung und Dienstleistungen, wie installieren und konfigurieren, machen wir die ganze Welt der Vernetzung für den Konsumenten erlebbar.“

In vielen Haushalten ist die Basis-Infrastruktur für eine Heimvernetzung schon vorhanden. So gaben 70 Prozent der Befragten an, einen Router zu betreiben; ein kabelloses Netzwerk (WLAN, Vernetzung über Funktechnik) nutzen 47 Prozent, 31 Prozent haben ein kabelgebundenes Netzwerk (LAN/Ethernet), 28 Prozent haben einfache Kabelverbindungen (z.B. USB) in Betrieb und acht Prozent ein Netzwerk-fähiges Haus-Stromnetz.

Die Hitliste der Nutzung der Heimvernetzung wird mit 50 Prozent angeführt von Dateien kopieren und Geräte synchronisieren, dicht gefolgt von Musik verwalten und hören mit 44 Prozent. Platz drei mit 42 Prozent belegt die Anwendung Videos und Fotos verwalten und gemeinsam ansehen. Die weiteren Plätze belegen mit 35 Prozent online Computerspiele spielen, Internetradio hören (30 Prozent), Skype nutzen oder telefonieren über das Internet (27 Prozent) und mit 23 Prozent Web-TV anschauen.

Bei der Bekanntheit der Möglichkeiten ergab die Studie ein konträres Bild, das eine große Lücke zwischen Wissen und aktueller Nutzung sichtbar macht: So wissen 45 Prozent der Befragten von der Möglichkeit der Fernsteuerung via Computer, allerdings nutzen dies aktuell nur zehn Prozent. Auch das Thema Sicherheit kennen 43 Prozent, genutzt wird es erst von sechs Prozent. Weitere Nutzungsmöglichkeiten haben ein ähnliches Bild ergeben: Fernsteuerung via Handy, Fernsteuerung via TV-Gerät, personalisierte und ortsunabhängige Mediennutzung, Energiemanagement und Fernwartung von Geräten.

Das noch zu nutzende Potenzial an Möglichkeiten zeigen weitere Ergebnisse der Studie auf: Einen akzeptablen Preis vorausgesetzt, kämen bei jeweils 45 Prozent der Befragten eine Nutzung der Fernsteuerung via Computer oder Handy oder das Thema Sicherheit in Frage. Für 37 Prozent wäre Energiemanagement denkbar und 26 Prozent automatisierter Betrieb. Eine Fernsteuerung per Handy oder Smartphone wäre für 28 Prozent und eine Fernsteuerung per Fernsehgerät für 23 Prozent interessant.

Die IFA zeigt viele Facetten der Heimvernetzung: High-Definition-Bilder, prototypisch auch in 3D, lassen sich drahtlos samt hoch aufgelöstem Mehrkanalton an den Bildschirm übertragen. Sie wird darüber hinaus viele neue Streaming-Lösungen für Audio und Video zeigen, darunter ein breites Angebot an Medienplayern, aber auch viele neue Medienserver und NAS-Laufwerke (network attached storage), die Bilder, Musik und Filme für alle Lautsprecher und Bildschirme im ganzen Haus bereithalten.

Für HiFi-Fans gehört die Netzwerk-Anbindung immer mehr zu den Selbstverständlichkeiten: Musik wird heute überwiegend online bestellt, die Computerfestplatte löst das CD-Regal nach und nach als tönendes Archiv ab, Netzwerk-Clients spielen das private Repertoire entweder selbständig ab oder leiten es an die HiFi-Anlage weiter. Und schon folgt der nächste logische Schritt: Geräte, die über das Heimnetzwerk auf Festplattenarchive zugreifen können, taugen immer öfter auch gleich noch als Empfänger von Internet-Radiodiensten. Spezielle Provider bieten zehntausende Radiostationen aus aller Welt an, wohl sortiert nach Genre oder Region – eine weitere attraktive Quelle von Unterhaltung und Information.

Die Studie, die im Zeitraum Juli/August 2010 durchgeführt wurde, basiert auf einer Befragung von 1.000 Teilnehmern zwischen 18 und 69 Jahren. Sie ist bevölkerungsrepräsentativ nach Alter, Geschlecht, Bildungsstand, Berufsstatus und Haushalts-Nettoeinkommen differenziert.

*Die Studie wurde im Auftrag der gfu und des BVT von CONCENTRA Marketing Research, Nürnberg, erstellt

tf/ari

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