[IFA] Qriocity: Sony greift Apple mit neuem Streaming-Dienst an

2. September 2010 | by Alex Reiger

Sony by Ian Muttoo Sony Streaming-Dienst Qriocity

Sony will im Herbst einen neuen Musik- und Videodienst in Europa starten und damit Apple angreifen. Unter dem Namen Qriocity bietet das Unternehmen künftig unbegrenzten Zugang zu Musik, Filmen und Videos auf Abruf. Nutzer von Sonys neuen Fernsehgeräten oder einem Blu-ray-Player des japanischen Elektronikkonzerns sollen ab Herbst auch in Deutschland auf die kostenpflichtigen Inhalte zugreifen können, kündigte Sony-Chef Howard Stringer am Mittwoch auf der Funkausstellung IFA in Berlin an.

Ebenfalls für Mittwochabend hatte auch Apple in San Francisco wichtige Neuheiten angekündigt. In der Branche gilt als sicher, dass auch ein neues Videoangebot für den Fernseher darunter sein wird.

Sony hatte bereits vor Jahren einen ähnlichen Dienst unter dem Namen Connect aufgebaut. Über die Plattform konnten Nutzer Filme und Musikstücke herunterladen. 2008 hatte Sony den Dienst auch angesichts des größeren Erfolgs von Apples iTunes Store wieder eingestellt.

Anders als bei Connect werden die Inhalte über Qriocity nicht heruntergeladen, sondern per Streaming auf Bedarf abgerufen. Im Vergleich zu Connect sei der neue Dienst deutlich zukunftsgerichteter, sagte Sony-Sprecherin Silke Bernhard. Junge Nutzer müssten heute ihre Film- und Musiksammlung nicht mehr unbedingt besitzen, sondern wollten sie überall nutzen. Die Inhalte sollen über die verschiedensten Heim-Kino-Geräte von Sony zugänglich sein.

Sony hat eigentlich alles, um eine starke Rolle im Online-Geschäft mit Musik und Filmen zu spielen. Der Konzern stellt alle Arten von Unterhaltungselektronik her und nennt zudem eine Musikfirma und das Hollywood-Studio Columbia Tristar mit Hits wie «Spider-Man» sein eigen. Schwache Bedienkonzepte für die Geräte und das Fehlen einer klaren Strategie führten jedoch dazu, dass Sony in dem digitalen Geschäft nie richtig Schritt fassen konnte. Dabei hatten die Japaner einst mit dem «Walkman» den mobilen Musikkonsum geprägt.

Der Dienst werde im Herbst neben Deutschland auch in Frankreich, Italien, Spanien und Großbritannien an den Start gehen, kündigte Sony an. Einen genauen Starttermin nannte Sony vorerst nicht. Für das Kinoangebot hat Sony Verträge unter anderem mit 20th Century Fox, Lionsgate, Metro-Goldwyn-Mayer, NBC und Paramount geschlossen. Neben dem Video-Angebot soll es über die Plattform auch einen unbegrenzten Zugriff auf über Millionen von Musiktiteln geben. Über die IFA-Pläne hatte bereits am Morgen die «Financial Times» berichtet.

[Photo: Ian Muttoo via FlickR/cc]

>> Alle Artikel zum „Schwerpunkt IFA“ bei TechFieber

Mehr bei TechFieber zum Thema: , , , , ,

Antwort schreiben