[TechPraxis] Pimp my Grafik: Treiber-Tuning entlockt Grafik-Karten mehr Leistung

11. August 2010 | by Alex Reiger

 grafik karte

Damit Hardware sauber läuft, braucht es die passende Software. Das gilt besonders für Grafikkarten. Sie können ihre ganze Leistung oft nur entfalten, wenn der Nutzer die aktuellsten Treiber installiert hat – nicht immer ein leichtes Unterfangen.

Ein aktueller Treiber steigert zum einen die Leistung der Grafikkarte und behebt Fehler. Zum anderen ist er notwenig, um tatsächlich alle Funktionen der Grafikkarte nutzen zu können – wie etwa den Betrieb mehrerer Bildschirme oder das Codieren von Videos. «Viele Nutzer wissen nicht: Eine Karte, die heute auf den Markt kommt, läuft mit der richtigen Treiberunterstützung in einem Jahr 20 Prozent schneller und hat zehn neue Features», sagt Terry Makedon, Leiter der Treiberentwicklung beim Grafikkartenchip-Hersteller AMD mit Deutschlandsitz in Dornbach bei München.

Dass die Karte ihre «Spitzengeschwindigkeit» erreicht, ist vor allem dafür entscheidend, dass auch die neuesten Computerspiele flüssig laufen. «Wer nur den Standard-Windows-Treiber aufgespielt hat, bekommt aber zumindest ein Bild auf dem Monitor, mit dem er erst einmal arbeiten kann», erklärt Michael Schmelzle von der Computerzeitschrift «PC-Welt».

Ohne den richtigen und aktuellen Treiber drohen nicht nur ruckelige Spiele. Bei Rechnern mit mehreren Grafikkarten oder -chips könne es im schlimmsten Fall dazu kommen, dass nur eine Karte arbeitet, erklärt Jens Neuschäfer, Produktmanager beim Grafikchip-Hersteller Nvidia mit Sitz in Würselen bei Aachen.

Wie einfach der Treiber auf den neusten Stand gebracht werden kann, hängt vom Betriebssystem ab. Bei Windows 7 laufe dieser Prozess automatisch, erklärt Michael Schmelzle. Das System schlägt den neuen Grafiktreiber vor und öffnet die Seite mit dem Link zum Treiber-Download. «Bei Vista läuft die Aktualisierung halbautomatisch, hier sind mehr Klicks nötig.» XP-Nutzer müssen sich ihren Grafikkarten-Treiber gar selbst im Internet suchen.

Grundsätzlich gilt: Der alte Treiber sollte deinstalliert werden, bevor ein neuer Treiber aufgespielt wird. «Ansonsten können Dateileichen für Probleme sorgen», sagt Schmelzle. Diese Gefahr bestehe vor allem dann, wenn nicht über die Systemsteuerung deinstalliert wird, sondern über externe Tools, ergänzt Neuschäfer. Dies führe unter Umständen zu einem Mix aus altem und neuem Treiber. «Das könnte zu Abstürzen bei Anwendungen und Spielen führen.»

Die größten Probleme entstünden, wenn der Nutzer eine neue Grafikkarte einbaut – und dabei den Hersteller wechselt, sagt Schmelzle. Bei Windows XP bleibe der Bildschirm dann häufig schwarz. Das liege daran, dass das System beim Boot-Vorgang nichts mit der neuen Karte anfangen kann. Um diese Probleme zu vermeiden, sei es empfehlenswert, zunächst den alten Treiber zu deinstallieren und neu zu starten. Dabei installiert Windows den Standard-Grafiktreiber. Erst danach sollte die Karte gewechselt und der neue Treiber installiert werden. Bei Windows 7 ist dieses Prozedere Schmelzle zufolge nicht notwendig.

Im Notfall sollte Windows stets im abgesicherten Modus gestartet werden. Dort könne der alte Grafikkarten-Treiber in jedem Fall deinstalliert werden, erklärt Entwickler Makedon. Anschließend werden ebenfalls im abgesicherten Modus der Standard-VGA-Treiber und dann der neue Treiber installiert.

Problemfall 3D-Unterstützung

Noch in den Kinderschuhen steckt die Entwicklung aktueller Treiber für die junge 3D-Technik. «Hier ist die Zusammenarbeit zwischen Programmen und dem Grafikkartentreiber oft noch nicht ausgereift», erklärt Michael Schmelzle von der Computerzeitschrift «PC-Welt». Bei 3D-Spielen oder -Filmen träten häufig noch Bildfehler auf, die meist erst durch eine Kombination aus Software- und Treiber-Updates behoben werden könnten.

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Kommentare (2)

  1. mike23m says:

    ZITAT: „Im Notfall sollte Windows stets im abgesicherten Modus gestartet werden. Dort könne der alte Grafikkarten-Treiber in jedem Fall deinstalliert werden, erklärt Entwickler Makedon.“

    Im „Abgesicherten Modus“ kann der ATI-Catalyst nicht deinstalliert werden!
    Die ATI-Software kann im „Abgesicherten Modus“ nicht richtig ausgeführt werden und demnach auch nicht deinstalliert werden.
    Ich habe es bereits getestet.

    mfG.: mike23m

  2. GPress says:

    Trennt sich AMD von ATI Radeon?…

    Ich fand Ihren Beitrag interessant so, dass ich einen Trackback dazu auf meinem weblog hinzugefügt habe :)…

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