[Loveparade] Dokumentation: Chronologie der tragischen Ereignisse auf der Loveparade 2010 in Duisburg

28. Juli 2010 | by TechFieber.de

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Nordrhein-Westfalens Polizeiinspekteur Dieter Wehe gab am Mittwoch in Düsseldorf auf der Grundlage eines vorläufigen Berichts des Polizeipräsidenten von Duisburg die zeitliche Abfolge der Ereignisse bei der Loveparade bekannt. ddp dokumentiert seine Angaben:

11.00 Uhr Das Festgelände auf dem ehemaligen Güterbahnhof soll vollständig geöffnet werden. Bei großem Besucherandrang war eine frühzeitige Öffnung schon um 10.00 Uhr geplant.

12.04 Uhr Das Gelände wird vollständig geöffnet. Andauernde Planierarbeiten im Veranstaltungsbereich hatten eine pünktliche Öffnung verhindert. Zu diesem Zeitpunkt haben sich schon Rückstaus an den Eingangsschleusen gebildet. Die vom Veranstalter zugesagte Einlassmenge von 3000 Menschen pro Stunde und Einlassschleuse wird nicht erreicht, da die Schleusen personell unterbesetzt sind.

15.30 Uhr Der Veranstalter bittet die Polizei um Unterstützung. Sie soll bei der Errichtung einer Ordnerkette auf halber Höhe der Rampe zum Gelände helfen, da die Ordner des Veranstalters hierfür nicht ausreichen. Polizei und Veranstalter vereinbaren, dass zeitgleich die Einlassschleusen geschlossen werden.

15.45 Uhr Die Polizei will zur Entlastung des Tunnelbereichs die zweite Zugangsrampe öffnen. Es ist nicht klar, ob die vom Veranstalter für den Bereich zugesagten 150 Ordner vor Ort sind. Sicher ist, dass die anwesenden Ordner nicht ausreichen.

15.46 Uhr Der Veranstalter weist die Ordner an, die Einlassschleusen zu schließen. Aus unbekannter Ursache setzen die Ordner diese Anweisung jedoch nicht um, die Besucher strömen weiterhin Richtung Tunnel und Rampe.

16.31 Uhr Ordner öffnen in der Düsseldorfer Straße im Westen des Geländes eine Absperrung, um einen Krankenwagen durchzulassen. Sie versäumen es allerdings, diese Absperrung auch sofort wieder zu verschließen.

16.36 Uhr Ordner öffnen eine weitere Absperrung im Westen. Die beiden Öffnungen verursachen erheblich mehr Zulauf an Menschen Richtung Tunnel.

16.40 Uhr Nach einem Hinweis der Polizei werden die Zaunelemente wieder in die Absperrungen eingesetzt. Polizeibeamte bilden Ketten an Tunnel und Rampe, um den Zulauf der Besucher zu regulieren. Wegen des hohen Drucks müssen diese Ketten jedoch wieder aufgegeben werden.

17.02 Uhr Bei der Polizei gehen erste Meldungen von Opfern auf der Rampe ein. Im unteren Drittel der Rampe stehen die Menschen extrem dicht, was durch den Zulauf von allen Seiten weiter verschlimmert wird. Einige Menschen versuchen, über Lichtmasten und Container in den oberen Veranstaltungsbereich zu gelangen. An der westlichen Seite der Rampe wird ein Zaun, der eine Treppe sichert, weggerissen. Daraufhin versuchen viele Menschen, über die Treppe zu fliehen, der Druck am Fuß der Treppe wird immer größer. Die am Boden liegenden Zaunelemente der Absperrung werden zur Stolperfalle. Alle 14 unmittelbar getöteten Opfer werden am Fuß der Treppe aufgefunden, im Tunnel gibt es keine Opfer.

tf/eri/ddp

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