[techPraxis] Ein Zweit-Monitor muss her, wenn’s auf dem Bildschirm zu eng wird

27. Juli 2010 | by Alex Reiger

Aus eins mach zwei – oder drei. Wem es auf dem Monitor zu eng wird, sollte einfach anbauen. Ein zweites Display kann Vorteile wie eine höhere Auflösung und bessere Bildqualität bieten. Selbst ein drittes Display kann an den Rechner angeschlossen werden.

Das erhöht zunächst einmal den Arbeitskomfort. «Das zweite Display vergrößert die virtuelle Arbeitsfläche von PC oder Notebook», sagt Robert Kraft vom Computerportal «chip.de». Multitasking wird so zum Kinderspiel: Während auf dem Zusatzmonitor das Urlaubsvideo läuft, kann es am Rechner bearbeitet werden – ohne nerviges Maximieren und Minimieren von Fenstern. Gleiches gilt für Büroarbeiten: Auf dem zweiten Bildschirm kann beispielsweise das E-Mail-Programm permanent geöffnet bleiben.

In Studien hat Microsoft schon vor einigen Jahren nachgewiesen, dass die Arbeit mit zwei Monitoren effektiver ist. Grund dafür ist der sogenannte Wide-Screen-Effekt: Die vergrößerte, mehrteilige Bildfläche vereinfacht das Arbeiten am Computer und steigert die Produktivität durchschnittlich um zehn Prozent. Fazit der Studie: Wer einmal einen zweiten Monitor benutzt hat, gibt ihn nicht mehr her.

Ein anderer Grund, der für den Zweitmonitor spricht, ist die unter Umständen höhere Auflösung. «Gerade bei Notebooks macht das Sinn», hat Robert Kraft beobachtet. Denn Monitore mit einer Größe von 22 Zoll werden inzwischen fast immer als Full-HD-Geräte produziert, also mit einer hohen Auflösung von 1920 mal 1080 Pixeln. Diese eignen sich dann auch zur Wiedergabe von hochauflösenden Filmen.

Das Kabel, das Display und Rechner verbindet, wird meist mitgeliefert. Zusätzliche Hardware ist nur nötig, wenn der Rechner nicht über eine digitale DVI-, HDMI- oder Display-Port-Schnittstelle verfügt, der Monitor aber schon. Kleinster gemeinsamer Nenner ist fast immer die analoge VGA-Schnittstelle, die aber oft eine schlechtere Bildqualität liefert.

«Hat das Kabel nicht den richtigen Stecker, muss in diesem Fall ein Adapter her, der etwa ein DVI- auf VGA-Signal umwandelt», erklärt Hardware-Experte Kraft. Manchmal seien Adapter im Lieferumfang enthalten. Software hingegen ist nicht nötig.

Oft kommt es bei zu langen Verbindungskabeln zu Verlusten in der Informationsübermittlung, erklärt Kraft. «Die Folge sind Ruckeln und Aussetzer, speziell bei bewegungsintensiven Filmszenen.» Ein Phänomen, das auch als Artefaktbildung bekannt ist. Um diese zu verhindern, sollten Zuschauer möglichst keine Kabel verwenden, die länger als zwei Meter sind. Nur wer ein besonders hochwertiges Kabel für 20 bis 50 Euro erwirbt, sollte bis zu fünf Meter Länge einplanen.

Auch das Betriebssystem spielt beim Anschluss eines externen Monitors eine Rolle, sagt Michael Schmelzle von der in München erscheinenden Zeitschrift «PC Welt». Während Windows 7 und Vista das Gerät automatisch erkennen, sind beim Betriebssystem XP teils noch ein Neustart und auch Einstellungen im Grafikkarten-Treiber nötig. Bei Karten des Herstellers ATI sei unter «Desktops und Anzeigen» die Funktion «Anzeige erkennen» zu wählen, bei Karten von Nvidia unter «Anzeige» der «Mehrfachanzeige-Assistent».

Benutzen Anwender unterschiedliche Monitore und wollen sie diese mit einer unterschiedlichen Auflösung ansteuern, kann auch das im Grafikkartentreiber eingestellt werden. Daneben besteht die Möglichkeit, den Desktop zu klonen, also auf beiden Monitoren dasselbe Bild inklusive Startleiste anzeigen zu lassen. Die dazu notwendige Schaltfläche findet sich in den Bildschirmeigenschaften, die mit einem rechten Mausklick auf dem Desktop erreicht werden.

Soll noch ein weiterer Bildschirm an das Notebook angeschlossen werden, ist aber keine weitere Anschlussmöglichkeit vorhanden, kann eine USB-Grafikkarte weiterhelfen, die einfach eingesteckt wird. Voraussetzung ist ein USB-2.0-Port, da nur so eine ausreichend schnelle Datenübertragung möglich ist. Allerdings sind externe Grafiklösungen oft Schwerstarbeit für den Prozessor, der in diesem Anwendungsfall besser leistungsstark ist.

Tipps für den Monitorkauf

Für einen guten Monitor sollten Käufer rund 160 bis 200 Euro investieren, sagt Robert Kraft vom Computerportal «chip.de». «Dafür bekommt man keine herausragenden Bildwerte, aber Full-HD und eine DVI-Schnittstelle.» Wichtig sei, dass das Gerät das HDCP-Protokoll zur digitalen Bild- und Tonübertragung unterstützt.

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