[Update] Loveparade: 137 Beschwerden zur „Bild“-Berichterstattung beim Deutschen Presserat

27. Juli 2010 | by TechFieber.de

loveparade duisburg bild presserat katstrophe

Beim Deutschen Presserat in Berlin sind inzwischen 140 Beschwerden zur Berichterstattung über die Massenpanik bei der Loveparade eingegangen. Bis auf drei Ausnahmen wenden sich die Schreiben gegen das Boulevardblatt „Bild“ sowie dessen Internetauftritt Bild.de

Von ingesamt 140 Beschwerden sind bis auf drei Ausnahmen alle gegen das Springer-Boulevardblatt „Bild“ sowie den Online-Dienst Bild.de gerichtet. Dies berichtet der Medienfachdienst HORIZONT.NET.

Der Großverlag Axel Springer ließ mittlerweile gegenüber dem Branchendienst „Kress“ verlauten, dass dem Unternehmen von Beschwerden bislang nichts bekannt sei.

[Update 13:05 Uhr] Dabei sollen laut der Nachrichtenagentur ddp bereits am Montag 113 Beschwerden beim Deutschen Presserat gegen die Aufmachung vom Wochenende eingegangen.

Die Leser sehen den Angaben zufolge Verstöße gegen Ziffer 11 des Pressekodex. Dieser besagt unter anderem, dass die Presse auf eine «unangemessen sensationelle Darstellung von Gewalt, Brutalität und Leid» verzichtet. Betroffen ist auch Ziffer 8 zu Persönlichkeitsrechten. «Bild.de» hatte unter anderem am Samstag Fotos von nur notdürftig mit Tüchern zugedeckten Leichen veröffentlicht.

Ein Sprecher der Axel Springer AG hatte die Berichterstattung am Montag auf ddp-Anfrage verteidigt: «Wie alle Medien berichtet auch ‚Bild‘ – aus unserer Sicht angemessen und verhältnismäßig – über die tragischen, schockierenden Ereignisse während der Loveparade.»

Insgesamt erhielt der Presserat bis Dienstagmittag 140 Beschwerden. Jeweils eine richtete sich gegen «Spiegel Online», die «Rheinzeitung» und die «Hamburger Morgenpost». Die nächste Sitzung des Beschwerdeausschusses findet im September statt.

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) rief indes zu sachlicher Berichterstattung auf. «Die Informations- und Chronistenpflicht gilt auch für Boulevardzeitungen», sagte die stellvertretende DJV-Bundesvorsitzende Ulrike Kaiser. Es gelte, publizistische Grundsätze einzuhalten. «Dazu zählt, dass die Presse auf eine unangemessen sensationelle Darstellung von Gewalt, Brutalität und Leid verzichtet.»

Wer diesen Grundsatz missachte, beschädige die Glaubwürdigkeit der Medien nachhaltig. «Gerade bei derart tragischen Ereignissen müssen Medien ihrer besonderen Verantwortung nachkommen», sagte Kaiser. «Es ist pietätlos gegenüber Opfern und Angehörigen, gezielt die Sensationslust zu bedienen.»

[Link]

tf/war

>> Alle Artikel zum „Schwerpunkt Loveparade“ bei TechFieber

Mehr bei TechFieber zum Thema: , , , , , , , , , ,

Kommentare (4)

  1. giselamuenste says:

    ich bin Duisburger und wohne seit 18 Jahren in Düsseldorf,
    ich kenne den Güterbahnhof,der ist zu klein für 1.5 Mkillionen zuschauer,ich finde es eine Unverschäumheit so viele junge Menschen sterben zu lassen,der Oberbürgermeister gehört weg, ihn trägt die haubt schuld,mein neffe war auch da,er war Gott sei dank nicht im Tunnel wei bin ich froh,mir tun nur die hinterbliebenden leid,die trauer ist bei allen Duisburger,sowie ich auch eine bin sehr gross,ich wünsche den Angehörigen die ihre lieben menschen verloren haben alles gute und Gottes Segen
    Ihre Frau Münster Düsseldorf,Geboren in Duisburg,ich bin auch weiterhin mit Duisburg verbunden

  2. giselamuenste says:

    allen angehörigen Gottes Segen und viel kraft
    wünscht ihnen alles Frau Münster

  3. giselamuenster says:

    soviel Tote hätten nichbt sein müssen.
    man muss nicht Geld gierig sein und soviele opfer beklagen.
    Das finde ich furchtbar.und unverantwortlich.
    Schade um soviele Junge Mneschen die ihr leben noch vor sich hatten,und nun nicht mehr,
    die amren Mütter Väter Grosseltern Tanten Onkeln Cousin und Cousinen,die ihre lieben verloren haben,
    man findet keine Worte dafür nur Wund.
    Mein Mitgefühl gehört den Angehörigen an erster stelle,die haben das höchste gut verloren auf erden,das können auch keine gute Worte gut machen.
    Trotzdem alles alles gut
    Ihre Frau Münster

  4. […] Wuschartikel war trotzdem flöten. War nicht so schön wie hier, hier oder […]

Antwort schreiben