Loveparade: Panik-Forscher sieht Auslöser für Loveparade-Katastrophe bei Besuchern

26. Juli 2010 | by TechFieber.de

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Der Panik- und Stauforscher Michael Schreckenberg sieht den Auslöser für die Katastrophe bei der Loveparade in Duisburg im Verhalten von Teilnehmern. «Das Unglück ist nicht passiert, weil es zuvor im Tunnel zu eng und die Masse panisch war, sondern weil einige hinter dem Tunnel versucht haben, schneller auf das Gelände zu gelangen», sagte Schreckenberg der «Süddeutschen Zeitung» (Montagausgabe). Sie seien auf eine ungesicherte Treppe gestiegen und in die Menge gestürzt. So habe sich «die Masse weiter verdichtet». Die Katastrophe sei nicht durch Panik entstanden, sondern «als Folge einer physikalischen Zwangsläufigkeit. Eine hochverdichtete Masse gerät in Bewegung».

«Wenn die Leute nicht heruntergestürzt wären, wäre meiner Einschätzung nach nichts passiert. Auslöser war, dass sich einige nicht an die Spielregeln gehalten haben», sagte der Physiker, der den Begriff Massenpanik als falsch bezeichnete.

Schreckenberg, der an der Universität Duisburg-Essen lehrt, war an dem Sicherheitskonzept für die Loveparade beteiligt. Er sei aber nicht für die Sicherheit auf dem Gelände verantwortlich. Er habe «nur am Konzept mitgewirkt, wie die Massen durch die Stadt, vom Bahnhof zum Tunnel geführt werden». Dennoch habe er auf Schwachstellen auf dem Gelände hingewiesen. Er habe gewarnt, dass man sich den Tunnel genau ansehen müsse. Schreckenberg fügte hinzu: «Wir haben gewarnt, aber vielleicht hätten wir stärker warnen müssen. Die Veranstalter wollten nicht mit mir zusammenarbeiten, sie hatten eigene Gutachter.»

Man müsse sich wirklich fragen, warum die Treppe nicht besser gesichert gewesen sei. Sie hätte vorher gesprengt werden müssen. «Man hätte Durchsagen machen können, dass die Leute auch über die Notausgänge auf das Gelände kommen können, um den Druck von dem Tunnel zu nehmen», fügte er hinzu. Das sei wohl nicht geschehen. Der Tunnel war bis zu dem Unglück, bei dem dort am Samstag 19 Menschen starben und über 340 verletzt wurden, der einzige Zu- und Abgang zu dem Partygelände.

tf/war/ddp

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