Mikro-Fiktion: Kurzgeschichten im Twitter-Stil

14. Juli 2010 | by Silvia Kling

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Lassen sich gute Geschichten in höchstens 140 Zeichen packen? Genau das wollte Forian Meimberg wissen: Auf seinem Twitter-Kanal «Tiny Tales» (winzige Geschichten) veröffentlicht er mehrmals pro Woche extrem kurze, aber dennoch abgeschlossene Geschichten. Beispielsweise twittert er anlässlich der Fußball-WM in die Welt: «Vorsichtig aktivierte sie den Zeitzünder und stellte die goldene Trophäe zurück in den Safe. In der Ferne dröhnten die Vuvuzelas.»

«Tiny Tales» taufte er seine Storys, winzige Geschichten, mit denen er die Phantasie seiner zahlreichen Leser anregt. Denn jede einzelne lässt sich nach persönlichem Gustos weiter spinnen. So wie diese, bei der es, ähnlich wie beim Fußball, ums Geld geht: «Sterbend hauchte Oles Vater ihm den letzten Satz seines Lebens ins Ohr. Das Geld liegt im …’Frühstüüück!‘ kreischte die Oberschwester.»

Die Kernidee für seine Bonsai-Geschichten entnimmt Florian Meimberg dem Alltag, bedient sich aber auch am Stoff von Filmen und Büchern. Stets mit feiner Nase für Subversives und die gemeine Überraschung. Denn fast alle Textwinzlinge schlittern auf eine spitz gewürzte Pointe zu – wenngleich die mitunter erst im zweiten Anlauf am Großhirn anklopft. Pfiffige Sache! Als Belohnung sackte der junge Autor denn kürzlich auch prompt den Grimme Online Award ein.

[Tiny Tales]

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