[WM-Fieber] Fußball-Stars im Netz: Löws Jungs sind auch online Profis

7. Juli 2010 | by TechFieber.de

Philip Lahm Homepage Fußball WM

Deutschlands größte WM-Fanmeile haben Philipp Lahm und Co. selbst im Internet errichtet. Zu Hunderttausenden tummeln sich die Fans der Nationalmannschaft im Web, vor allem auf den Homepages und Facebook-Seiten ihrer Fußball-Helden.

Mit jedem Sieg in Südafrika nimmt die Begeisterung auch im Netz zu. Längst ist das Internet die Plattform, auf der Fans ihre Idole am einfachsten erreichen. Die Fußball-Profis machen bei dem Spiel mit – zumal gerade auch Joachim Löws Jungspunde mit dem Internet aufgewachsen sind.

Für Aufsehen gesorgt hat kurioserweise aber Routinier Miroslav Klose, der mit seinen 32 Jahren sogar noch die weblose Zeit gekannt hatte. Seinen schon länger vermissten Torjubel mit Überschlag hatte der Stürmer nach dem 4:0 gegen Argentinien erstmals wieder gezeigt – «weil auf meiner Homepage sich das viele gewünscht haben», meinte Klose. Salto auf Bestellung, gewissermaßen.

Natürlich hat auch Bastian Schweinsteiger eine eigene Homepage. «Man schreibt so ein bisschen was rein für die Fans und beantwortet Fragen», sagt der 25-Jährige. Auch seine Anhänger sind aktiv: Mehr als 46 000 Einträge zählt das Gästebuch seit Januar 2007.

Früher standen die Fans noch mit Plakaten im Stadion («Lothar, ich will ein Kind von dir!») und riskierten dabei, nicht von ihrem Idol, wohl aber einem belustigten Fernsehpublikum gesehen zu werden. Heute lassen sich die Wünsche bequem per Mausklick und dazu noch zielgenau und erfolgreich adressieren, wie das Beispiel Klose zeigt.

Aber kaum ist ein Fußballer einmal auf seine Fans eingegangen, schon werden diese unverschämt. «Bei deinen nächsten Toren vergiss den Salto nicht», mahnt User «Schmitz-Katze» in Kloses Gästebuch und fordert: «Und gib mir ein Zeichen das du diese Mail gelesen hast.»

Vier Tore gegen England, vier Tore gegen Argentinien, ist der Fan zufrieden? Nein! Ein User namens «hubibubi» fragt auf Schweinsteigers Homepage vor dem WM-Halbfinale gegen Spanien: «wenns irgendwie geht, kriegt ihr nen 3 – 1 hin? ich brauch noch ’n paar punkte bei kicktipp». Undank ist der Welten Lohn.

Wurden deutsche Fußballer einst bei großen Turnieren abgeschirmt von Fans und Presse, so lässt sich der Kontakt heute allein schon durch Handy und Internet kaum noch verhindern. Lukas Podolski ist bei Twitter fast täglich aktiv, auf Facebook scharen sich knapp 126 000 Fans um den Kölner. Marko Marin bloggt über Jerome Boateng als DJ, Arne Friedrich stellt Safari-Fotos ins Netz.

Nur Manuel Neuer scheint bei seiner ersten WM mit sportlichen Aufgaben gut ausgelastet zu sein. Seit Mai hat der Schalker Torhüter nichts mehr auf seine Homepage geschrieben. Was seine Fans nicht zu stören scheint, die kritzeln weiter fleißig das Gästebuch voll.

tf/mei/

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