[Feature] Schutz vor Viren und Trojanern: Die besten Gratis-Anti-Virus-Programme

25. Juni 2010 | by TechFieber.de

Ein Computer ohne Virenschutz ist heutzutage völlig undenkbar. Im Internet wimmelt es von Viren, Würmern, Trojanern und anderen Schädlingen, die einen Rechner ohne Antiviren-Software im Bruchteil von Sekunden erobern und massiven Schaden anrichten können. Der Schutz vor dieser Malware ist durchaus gratis zu haben – und einige der Freeware-Programme könnten sogar mit der kostenpflichtigen Konkurrenz mithalten, sagt Jürgen Schmidt von der Computerzeitschrift «c’t». Allerdings ist es nicht verkehrt, sie durch ein paar Zusatzprogramme zu ergänzen.

Laut einem aktuellen Test von «c’t» (Heft 12/2010), bei dem sieben Gratis-Programme genauer unter die Lupe genommen wurden, können Avast Free Antivirus, Avira Antivir Personal, Microsoft Security Essentials und Panda Cloud Antivirus durchaus mit der besten kostenpflichtige Software mithalten. Die Erkennungsraten von Viren waren gut bis sehr gut. Avast bringt als einziges Gratis-Programm auch einen vollwertigen Web-Scanner mit. Allerdings haben alle vier Programme ihre Macken, wie Schmidt sagt. Antivir etwa nervt mit Werbung, bei Avast sind die Einstellungsmöglichkeiten zu unübersichtlich, die Security Essentials zwingen den Nutzer zu einer Mitgliedschaft bei Microsofts Frühwarnsystem «Spynet» und Panda setzt eine permanente Internetverbindung voraus.

Der größte Nachteil der Freeware-Produkte ist allerdings, dass sie die Viren-Signaturen nicht ständig, sondern nur einmal pro Tag aktualisieren. Das klingt zunächst kaum sicherheitsrelevant, doch es geraten ständig neue Schädlinge ins Netz – und die könnten in 24 Stunden eine Menge Schaden anrichten, warnt Schmidt. Auch andere Features der kostenpflichtigen «großen Brüder» fehlen bei vielen Gratis-Programmen – etwa Web-Filter und Verhaltenserkennung. Das fällt jedoch etwas weniger ins Gewicht, weil es dafür ebenfalls gute Gratis-Tools gibt.

Eines davon ist das Programm ThreatFire (threatfire.com/de). Es liefert eine sehr gute Verhaltenserkennung, wie sie sonst nur kommerzielle Antiviren-Software mitbringt. Auf diese Weise wird die Aktivität von Programmen überwacht, und wenn sich verdächtige Aktionen häufen, wird der Benutzer gewarnt. Wenn also ein Keylogger Tastatureingaben aufzeichnet, um Passwörter auszuspähen – was meist völlig unbemerkt geschieht – erkennt ein solches Programm, dass etwas nicht stimmt, und schlägt Alarm. ThreatFire sei als Ergänzung zu einem traditionellen Antiviren-Programm nur zu empfehlen, sagt Schmidt. Wenn dem Virenscanner doch mal ein Schädling durchrutscht, wird er von ThreatFire in die Schranken gewiesen.

Die meisten kostenlosen Virenschutzprogramme bringen zudem keinen vollwertigen Web-Scanner mit, der sich in den Datenstrom des Browsers einklinkt und Schädlinge, die in Websites eingebunden sind, sofort abfängt. Gratis-Web-Scanner kann Schmidt zwar nicht empfehlen, aber er hat ein paar andere Tipps parat, um das Surfen sicherer zu machen. So sollte man auf alternative Browser zum Internet Explorer zurückgreifen, da sie nicht so häufig Malware-Attacken ausgesetzt sind. Das Add-On «NoScript» für Firefox lässt die problematischen aktiven Inhalte auf Webseiten gar nicht erst zu, man muss sie jeweils einzeln freischalten. Das ist zwar mit Aufwand verbunden, bringt aber ein deutliches Plus an Sicherheit. Wer wirklich hinter einer URL steckt, das verrät der kostenlose Dienst «LongURL Please», den man einfach in der Lesezeichenleiste speichert und bei Bedarf abrufen kann.

Ein oft unterschätztes Einfallstor für Malware aller Art sind Programme mit Sicherheitslücken. Daher sind regelmäßige Updates so wichtig, jedoch ist es nicht immer einfach zu erkennen, wann ein Update verfügbar ist. Hier empfiehlt Schmidt den Personal Software Inspector von Secunia (secunia.com). Er gleicht die Programme auf dem PC mit der Schwachstellen-Datenbank des Herstellers ab und zeigt dem Benutzer an, wenn ein Update zur Verfügung steht – idealerweise sogar mit dem entsprechenden Link. Wer einen Schnelltest machen will, welche Programme auf seinem PC eventuell verwundbar sein könnten, kann unter (heise.de/security/dienste/Update-Check-843063.html) einen Update-Check abrufen.

Wer Gratis-Programme herunterlädt, sollte beim Download unbedingt auf Nummer sicher gehen – denn sonst können auf diesem Weg ebenfalls Schädlinge auf den Rechner geraten. Daher sollte man laut Schmidt am besten direkt die Homepage des Herstellers ansteuern oder ein vertrauenswürdiges Portal nutzen, das die angebotene Software auch auf Viren prüft.

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