iPhone-Fieber: Neues Apple iPhone 4 erst wieder im Juli lieferbar

18. Juni 2010 | by Alex Reiger

aple iphone 4 ausverkauft

Apple bricht mit der neuesten Version seines iPhone alle Rekorde. Der Handy-Alleskönner in seiner mittlerweile vierten Auflage war binnen 24 Stunden ausverkauft.

Wer sich jetzt erst für ein iPhone 4 entscheidet, muss mehrere Wochen warten. Die Telekom als deutscher Apple-Partner vertröstete ihre Kunden pauschal auf den Juli.

Als in Deutschland, den USA und drei weiteren Ländern am Dienstag die Online-Shops für das iPhone 4 öffneten, gingen mehr als 600 000 Vorbestellungen ein. Das brachte die Websites zum Abstürzen. Auch bei der Telekom ging zwischenzeitlich gar nichts mehr. In den Apple-Läden in den USA bildeten sich Menschenschlangen.

«Das war die größte Anzahl an Vorbestellungen, die wir jemals an einem Tag hereinbekommen haben», verkündete Apple im kalifornischen Cupertino. «Das war weit mehr als wir erwartet hatten.» Die Börsianer waren begeistert: Die Apple-Aktie stieg am Mittwoch um 3 Prozent. Das iPhone ist der Gewinnbringer des Konzerns.

Foto-Gallerie: Das neue Apple iPhone 4


Doch selbst auf dem Heimatmarkt ist die erste Produktion bereits vergriffen. Der Netzbetreiber AT&T nimmt bis auf weiteres keinerlei Reservierungen mehr an. Apple nennt in seinem Online-Shop als Auslieferungsdatum für neue Bestellungen den 14. Juli – drei Wochen nach dem offiziellen Verkaufsstart.

«Die Nachfrage war zehn Mal so hoch wie zum Start des Vorgängermodells 3GS», sagte auch ein Telekom-Sprecher. Einen genauen Liefertermin konnte er nicht nennen. Deutsche Kunden, die auf Nummer sicher gehen wollen, können in Großbritannien zuschlagen. Hier gibt Apple als Auslieferungstermin für das neue iPhone den 2. Juli an. Die Version ohne Vertrag gibt es ab 499 Pfund (knapp 600 Euro).

Apple entschuldigte sich bei seinen Fans für die technischen Pannen zum Auftakt des iPhone-Verkaufs. Die Kunden sollten es noch einmal online versuchen oder in die Läden gehen, wenn das iPhone 4 vorrätig sei. Am 24. Juni werden die ersten Handys ausgeliefert. Wie groß die erste Tranche ist, ließen die beteiligten Unternehmen offen. Ein Telekom-Sprecher verriet lediglich: «Wir haben deutlich weniger Geräte zugebilligt bekommen als wir bestellt hatten.»

Es ist nicht das erste Mal, dass Apple mit der Produktion eines neuen Geräts hinterherhinkt. Auch beim Tablet-Computer iPad stellten die Kalifornier die Geduld der Kundschaft auf eine harte Probe. Mittlerweile verspricht der Konzern in Deutschland aber für alle Modelle eine Auslieferung binnen 7 bis 10 Geschäftstagen.

Für den amerikanischen Apple-Partner AT&T waren die Aussetzer des Online-Shops doppelt peinlich. Nicht nur, dass viele Kunden unverrichteter Dinge wieder abzogen. Etliche landeten auch urplötzlich in fremden Bestellungen. Nach Angaben von AT&T konnten sie dabei aber keine kritischen Daten wie Kreditkartennummern sehen. Das ist bereits die zweite Sicherheitspanne bei AT&T binnen kürzester Zeit, nachdem 114 000 E-Mail-Adressen von iPad-Besitzern offen zugänglich waren.

Apple-Chef Steve Jobs hatte das iPhone vor gut einer Woche vorgestellt. Im Vergleich zu seinen drei Vorgängern verfügt es über einen deutlich verbesserten Bildschirm, längere Batterielaufzeiten, einen schnelleren Prozessor und zwei eingebaute Videokameras, eine hinten und eine vorne für Videokonferenzen. Die deutschen Kunden gehören zu den ersten weltweit, die das Gerät bekommen.

Mit dem iPhone 4 stemmt sich Apple gegen die versammelte Konkurrenz. Die Kalifornier sind der drittgrößte Anbieter von Smartphones nach Nokia und dem Blackberry-Hersteller RIM. Zu den Angreifern gehört Google mit seinem Handy-Betriebssystem Android, das in einer ganzen Reihe von Geräten unterschiedlicher Hersteller zum Einsatz kommt. Microsoft will mit der neuesten Version seines mobilen Windows verlorenes Terrain gutmachen.


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