Optimistisch: Pay-TV-Anbieter Kabel Deutschland will 2012 profitabel sein

10. Juni 2010 | by TechFieber.de

pay tv kabel deutschlandDer hochverschuldete Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland will 2012 den Sprung in die Gewinnzone schaffen. Angesichts geringerer Abschreibungen und einem weiteren kräftigen Wachstum bei sogenannten Triple-Play-Paketen aus Fernsehen, Telefon und schnellem Internet erwarte er zum Abschluss des Geschäftsjahres 2011/12 unter dem Strich einen Gewinn, sagte Finanzvorstand Paul Thomason am Donnerstag in München.

Im seit April laufenden Geschäftsjahr 2010/11 werde der Börsenneuling aber erneut rote Zahlen schreiben und einen Verlust von 25 bis zu 40 Millionen Euro verbuchen. Die Erlöse des Ende März abgelaufenen Geschäftsjahres 2009/10 stiegen für die Münchner dank der Triple-Play-Dienste bei Kunden und Umsatz deutlich an.

Die Abo-Zahl für die Telefon- und Internetprodukte stieg um knapp 40 Prozent auf rund 1,97 Millionen. Der Umsatz kletterte getrieben fast ausschließlich von den neuen Diensten um nahezu 10 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro. „Die hohen Investitionen der vergangenen Jahre zahlen sich dabei aus“, sagte Vorstandschef Adrian von Hammerstein. In den vergangenen fünf Jahren hatte die Firma rund eine Milliarde Euro vor allem in die Modernisierung ihres Kabelnetzes investiert.

Allerdings zehrten hohe Abschreibungen auf Investitionen den Zuwachs im operativen Geschäft wieder auf. Auch wenn es dem Konzern gelang, die Verluste der vergangenen Jahre deutlich zu reduzieren, steht unter dem Strich für 2009/10 noch ein Minus von 45 Millionen Euro, nach 144 Millionen Euro im Vorjahr. Für das laufende Jahr rechnet von Hammerstein mit weiter deutlich steigenden Kundenzahlen bei den Triple-Play-Diensten. Die Nachfrage sei ungebrochen groß. Die Paketangebote versprechen einen deutlich höheren Umsatz pro Kunde als reine Fernsehanschlüsse.

Insgesamt kam Kabel Deutschland Ende März auf 12,05 Millionen Abonnements (Vorjahr: 11,63) und 8,9 Millionen Kunden. Das Unternehmen versorgt abgesehen von Baden-Württemberg, Hessen und Nordrhein-Westfalen Haushalte in allen Bundesländern und ist der größte Kabelanbieter in Deutschland. Neben den Triple-Play-Diensten setzt das Unternehmen verstärkt auf weitere Produkte wie einen digitalen Videorekorder oder Video-On-Demand.

Kabel Deutschland war vor rund zweieinhalb Monaten an die Börse gegangen und wird am 21. Juni in den zweitwichtigsten Aktienindex Mdax aufgenommen. Der Börsengang hatte zwar rund 760 Millionen Euro eingespielt, die aber komplett den Eigentümern zuflossen, wie etwa der US-Beteiligungsfirma Providence. Das Unternehmen selbst hatte kein Geld erhalten, konnte im vergangenen Jahr aber die drückende Schuldenlast von rund 3 Milliarden Euro auf 2,866 Milliarden Euro reduzieren. Im laufenden Jahr will Kabel Deutschland die Verbindlichkeiten in einer ähnlichen Größenordnung weiter drücken.

tf/mei/

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