[Gaming] Jugendschutz soll auch bei Internet-Spielen verbessert werden

10. Juni 2010 | by TechFieber.de

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Der Jugendschutz soll künftig auch bei Online- Spielen gestärkt werden. Erstmals können Anbieter von reinen Online-Spielen ihre Spiele ab Januar 2011 mit einer Alterskennzeichnung versehen.

Bislang konnten Spiele, die ausschließlich im Internet laufen, nicht nach Altersklassen gekennzeichnet werden. Die Spielebranche begrüßt die neue Gesetzesgrundlage: «Damit wird eine zentrale Lücke im Jugendmedienschutz beseitigt», sagte Olaf Wolters, Geschäftsführer des Branchenverbands BIU (Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware e.V.).

Der am Donnerstag von den Ministerpräsidenten der Länder ratifizierte neue Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV) stellt nun die Weichen für die neue Regelung. Bislang hatte die freiwillige Selbstkontrolle der Branche durch die USK (Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle) keine rechtliche Grundlage, Altersfreigaben auch für Online-Spiele auszugeben. Die USK kündigte am Donnerstag an, nach dem Vorbild anderer europäischer Länder künftig auch eine Selbstklassifizierung für Spielehersteller anzubieten. Damit könnten die Entwickler über einen Fragebogen die Einordnung in bestimmte Altersklassen selbst vornehmen.

Das Verfahren der Selbstklassifizierung werde zu mehr Transparenz führen, sagte Wolters. Allerdings sei verpasst worden, die Zuständigkeiten für die Alterskennzeichnung festzuschreiben. «Statt auf die USK als etablierte Selbstkontrolle auch im Internet zu vertrauen, können fortan unterschiedliche Institutionen nach unterschiedlichen Verfahren unterschiedliche Kennzeichen vergeben», sagt Wolters. «Das versteht keiner mehr.»

Der Vorteil der Alterskennzeichnung: Jugendschutzprogramme können die Klassifizierung erkennen und je nach Voreinstellung das Online- Spiel blockieren oder zulassen. Dabei kann dann auch eingestellt werden, dass nicht klassifizierte Spiele von vornherein ausgefiltert werden, hieß es in einer Stellungnahme von Kurt Beck, Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz. Dadurch habe ein Spiele-Anbieter oder -Hersteller ein natürliches Interesse daran, für sein Spiel eine Alterskennzeichnung zuzulassen.

tf/mei/

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