Google schwer in Trouble: Ilse Aigner rechnet mit 50.000 Klagen gegen Google wegen Street View

30. Mai 2010 | by TechFieber.de

Google 50000 Klagen Street View

Google Sprecher Kay Oberbeck (Foto oben) massiv unter Druck – es könnten 50.000 Klagen gegen den Internet-Riesen aus dem Silicon Valley folgen wegen Google Street View: Die deutsche Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) sieht den Internet-Riesen Google wegen seines umstrittenen Straßenfoto-Dienstes Street View mit einer steigenden Flut von Klagen konfrontiert.

„Wenn die Welle an Widersprüchen anhält, vermuten wir, dass es bis Jahresende mehr als 50.000 werden könnten,“ sagte Aigner in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin „Focus“. Es könnten ja nicht nur Hauseigentümer, sondern auch Mieter Widerspruch einlegen. „Zudem hat Google zugesagt, eine unbürokratische Lösung für Sammelwidersprüche in Gemeinden anzubieten,“ so Aigner.

Die Verbraucherschutzministerin schätzt, dass durch Street View „mehr als 90 Prozent aller Wohngebiete bereits digitalisiert sind.“ Gleichzeitig kritisiert Aigner die schleppende Aufklärungsarbeit von Google bei dessen Datenpanne: „Dass bei der Auslieferung der Festplatte an die zuständigen Behörden offenbar auf Zeit gespielt wird, ist nicht akzeptabel und gibt Spekulationen Raum, was
tatsächlich auf der Festplatte gespeichert ist.“ Sie befürchte, „dass die Daten längst irgendwo in den USA liegen“. Aigner forderte „Die Bürger haben einen Anspruch auf umfassende Aufklärung, was mit den erfassten E-Mail-Fragmenten passiert ist.“ Vor ihrem Gespräch mit Managern von Facebook über deren neue Datenschutz-Politik kommende Woche stellte Aigner klar: „Die höchste Sicherheitsstufe muss zur Standardeinstellung werden.

Es darf nicht sein, dass Internetnutzer sich erst mühsam durch viele Fenster klicken müssen, um ihr Privat-Profil gegen unerwünschte Zugriffe zu schützen.“ Die Ministerin drängte Google wie auch Facebook wegen der strittigen Verwendung von Kunden-Daten zu besserem Datenschutz.

Der Imageschaden, den beide Unternehmen erlitten haben, sei bereits gewaltig. „Wenn das Vertrauen der Nutzer schwindet, riskieren die Firmen ihr Geschäftsmodell.“

tf/ddp/dts/

___________________________________

>> Alle Artikel zum „Schwerpunkt Google“ und „Internet“ bei TechFieber

>> Alle Artikel zum „Schwerpunkt Gadgets“ bei TechFieber

Mehr bei TechFieber zum Thema: , , ,

Comment (1)

  1. 1. Es geht hier keinesfalls um “Klagen”, sondern – wenn überhaupt – um Mitteilungen an Google, dass ein bestimmtes Haus nicht enthalten sein soll. Dieses Widerspruchsverfahren ist eine von Google freiwillig angebotene Möglichkeit. Google ist dazu rechtlich nicht verpflichtet. Eine Klagemöglichkeit besteht schonmal überhaupt nicht, weil die Fotos, die Google macht, im Rahmen aller bestehenden Gesetze und aller bisher in ähnlichen Sachfragen ergangener Gerichtsentscheide sind. Die Darstellung, es werde 50.000 Klagen geben, ist sachlich völlig falsch und eine unzumutbare Beeinflussung der öffentlichen Meinung mit gezielten Falschinformationen.

    2. Frau Ministerin Aigner hat überhaupt keine wirklichkeitsnahen Daten, wieviele Widersprüche tatsächlich bei Google eingegangen sind oder eingehen. Zuletzt hatte Google im April mitgeteilt, es gäbe eine “vierstellige” Zahl von Widersprüchen. Das heißt, allerhöchstens bisher 10.000, d.h. nur 0,025% der deutschen Haushalte. Die Zahl “50.000″ ist von Frau Aigner frei erfunden und dient nur dazu, in der Öffentlichkeit den Eindruck zu erzeugen, es gäbe einen breiten Widerstand geben Google Street View, um weitere Bürger zum Widerspruch anzustacheln. Dieses Beeinflussungsprinzip heißt “soziale Bewährtheit” und wurde von Psychologen seit Jahrzehnten untersucht. Es wird u.a. in R. Cialdinis Bestseller “Influence” diskutiert.

Antwort schreiben