[Medien] Rundfunkgebühren: Bertelsmann-Boss Hartmut Ostrowski fordert Werbe-Verbot für ARD und ZDF

22. Mai 2010 | by TechFieber.de

In der Debatte um die Zukunft der Rundfunkgebühren hat Bertelsmann-Chef Hartmut Ostrowski ein Ende der Werbung bei ARD und ZDF gefordert. Statt über die künftige Form des Gebühreneinzugs zu diskutieren, sei es wichtiger, zu einer klaren Trennung bei der Finanzierung zu kommen. Das sagte der Vorstandsvorsitzende von Europas größtem Medienkonzern, zu dem auch der Privatsender RTL gehört, in einem „WirtschaftsWoche“-Interview. „Die Privatsender finanzieren sich über Werbung, die Öffentlich- Rechtlichen ausschließlich aus Gebühren.“

Die Medienpolitik von Bund und Ländern kritisiert Ostrowski scharf: „Ich vermisse eine klare Linie der Politik ­ es müsste endlich eine zielgerichtete Debatte darüber geführt werden, wie viel öffentlich-rechtliches Radio und Fernsehen mit welchem Programmauftrag sich das Land leisten kann und will.“ Die Medienwirklichkeit 2010 sei eine „ganz andere als zu Zeiten der Gründung von ARD und ZDF. Das scheint in der Politik nicht im Fokus der Diskussion zu stehen“.

Ostrowski forderte, die „maßlose Ausdehnung der öffentlich- rechtlichen Sender ins Internet“ müsse verhindert werden. Es dürfe nicht vergessen werden, dass ARD und ZDF diese Expansion über Gebühren finanzierten: „Das muss sich in engen Grenzen halten, alles weitere müssten sie privatwirtschaftlich tun. Ich fordere Chancengleichheit.“

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Comment (1)

  1. G.Mossner says:

    Werbeverbot auf Kosten der Bürgerinnen und Bürger, weil dann die R-gebühren, demnächst wohl Rundfunkbeitrag, dann steigen. Auch Bundesverfassungsrechtler a.D. Prof. Kirchhof fordert in seinem Gutachten ein Werbeverbot, damit – man höre! – die ÖRR sich von den privaten Sendern unterscheiden. Ja, inhaltlich ist auch kein großer Unterschied m. E. vorhanden!
    Nun soll nach dem Gutachten nicht mehr nach Geräten, sondern direkt nach Personen in Haushalten und nach Beschäftigten in Betrieben „geschnüffelt“ werden. Die Gebühren heissen dann „Rundfunkbeitrag“ und die GEZ oder jetzt GEZ. möglicherweise BEZ (für BeitragsEinzugsZentrale“.
    Mit derartigen Umbennungen will man dann wohl das schlechte Image ablegen! Doch für mich steht dann das „B“ für noch mehr Bespitzelung!
    Ich bin froh, dass es die freien Medien noch! gibt und es muss alles daran gesetzt werden, dass kein Zeitungssterben aufgrund der Online-Aktivitäten der ÖRR schleichend einsetzt. Warum hat sich denn wohl eine recht alte, erfolgreiche, geschlossenen Internet-Plattform erst 2010 aus Deutschland zurückgezogen?
    Doch solange die ARD&ZDF nicht die Grundlagen des Internets verstehen, brauchen die freien! Medien keine Angst haben.Im Internet zeigt sich besonders gut ab, dass die Nachrichten der ÖRR geschönt sind! Und TV-Themen werden auch nicht besser, wenn man sie 1:1 in Netz stellt. Und die Kommentare zu den Sendungen sind auf einem Niveau, der hoffentlich nicht das Interesse der Zusschauer erfüllt!
    Kritische Sendungen gibt es doch fast nicht mehr! Es sind doch schon alles Komödianten! Adenauer hatte noch Mut und sagte „Was stört mich mein Geschwätzt von gestern!“ . Doch heute sind die Politiker und Landesfürsten doch froh, wenn ihre Aussagen nach einigen Tagen im WWW gelöscht sind, weil sie doch nur für kurze Zeit gültig waren.
    An dieser Stelle: Ich suche für meine Internetseite einen Rundfunkgebührenvergleich mit unseren Nachbarstaaten! Insbesonder was Werbung und die Gebührenerfassung auf „neuartige Rundfunkempfangsgeräte“ betrifft. Hier schweigen sich fast alle aus!! Gehört wohl nicht zur Grundversorgung!

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