[Mobilfunk] Vodafone macht zehn Milliarden Euro Gewinn

19. Mai 2010 | by TechFieber.de

Vodafone Gewinn

Beim Mobilfunk-Riesen Vodafone klingeln wieder die Kassen. Das britische Unternehmen konnte im vergangenen Jahr den Gewinn mit 8,6 Milliarden Pfund (10 Mrd Euro) mehr als verdoppeln. Der Umsatz wuchs um 8,4 Prozent auf 44,47 Milliarden Pfund zu, wie Vodafone am Dienstag mitteilte.

Allerdings gehen die besseren Zahlen des nach Umsatz weltgrößten Mobilfunk-Anbieters vor allem auf günstigere Wechselkurse und Zukäufe zurück: Ohne diese Effekte wären die Erlöse um 2,3 Prozent gesunken.

Der drastische Gewinnanstieg erklärt sich auch damit, dass im Jahr davor massive Wertberichtigungen – vor allem im Spanien-Geschäft – den Vodafone-Überschuss auf 3,1 Milliarden Pfund gedrückt hatten. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) legte lediglich um 1,7 Prozent zu. Zu dem höheren Gewinn trug auch rigides Sparen bei: Vodafone erreichte die geplanten Einsparungen von einer Milliarde Pfund ein Jahr früher als geplant. Jetzt läuft das nächste Programm in dieser Größenordnung, das auf zwei Jahre ausgelegt ist.

Vodafone arbeitet seit Jahren daran, sein Geschäft auszuweiten. Zusätzlich zu Handy-Telefonaten soll mobiles Internet mehr Geld bringen, Festnetz-Angebote sollen den Mobilfunk ergänzen, das Unternehmen investiert massiv in Wachstumsmärkte wie Indien.

Laut Konzernchef Vittorio Colao gibt es auf diesem Weg Fortschritte. Der Anteil der Sprachtelefonie am Umsatz sei auf 77 Prozent gedrückt worden, rund jeder zehnte der 341 Millionen Vodafone Kunden nutze inzwischen mobile Internet-Angebote. Allerdings wurde der Wert von Vodafone India um 2,3 Milliarden Pfund nach unten korrigiert, nachdem neue Konkurrenten einen Preiskampf ausgelöst haben.

Im bisherigen Kerngeschäft, den Telefongesprächen auf dem Handy, sinken mit fallenden Preisen die Umsätze. So gingen bei der deutschen Tochter die Service-Umsätze um 3,5 Prozent auf 8,7 Milliarden Euro zurück. Verantwortlich dafür seien die strengere Regulierung, die unter anderem für niedrigere Roaming-Einnahmen verantwortlich war, aber auch die Wirtschaftskrise, die zu einem veränderten Reiseverhalten der Kunden geführt habe. Die Zahl der Mobilfunkkunden sank um etwa eine Million auf 34,5 Millionen.

In den Schwellenländern konnte Vodafone seinen Marktanteil ausbauen. So wuchsen die Umsätze in Asien und der Pazifik-Region sowie im Nahen Osten. In Europa und Afrika gingen die Umsätze hingegen zurück. Das Problemkind des Konzerns, die türkische Tochter, schaffte im Schlussquartal die Trendwende und steigerte die Serviceumsätze um knapp ein Drittel.

Nach Telefónica und der Deutschen Telekom hat auch Vodafone seinen Aktionären ein Dividendenversprechen für die kommenden drei Jahre gegeben. Bis März 2013 soll die Ausschüttung um sieben Prozent pro Jahr steigen und 2013 nicht weniger als 10,18 Pence je Aktie betragen. Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2009/10 sollen die Aktionäre 8,31 Pence je Aktie erhalten, das sind bereits neun Prozent mehr als im Vorjahr. Die Aktie drehte nach anfänglichen Kursgewinnen ins Minus und büßte zuletzt rund 0,3 Prozent an Wert ein.

Damit geht das Management von Vodafone weiter als die Deutsche Telekom, die ihren Aktionären bislang nur eine stabile Ausschüttung in Aussicht stellen mochte und dabei eine Mindestdividende von 70 Cent je Aktie versprach nach 78 Cent für das vergangene Jahr. Die Aktionäre sollen aber zusätzlich von Aktienrückkäufen profitieren. Die spanische Telefónica will ihren Aktionären bis 2012 mindesten 1,75 Euro je Aktie zahlen, für 2010 sollen es 1,40 Euro sein.

Foto: dpa

___________________________________

>> Alle Artikel zum „Schwerpunkt Internet“ bei TechFieber

Begeistert von diesem Artikel? Folge uns auf Twitter TechFieber Facebook . NEU: Werde TechFieber-Fan bei Facebook TechFieber Facebook .

Mehr bei TechFieber zum Thema: , ,

Antwort schreiben