[Round-up] Deutsche Telekom AG glänzt mit erfolgreichem Jahresauftakt 2010 – und sattem Gewinn

12. Mai 2010 | by TechFieber.de

telekom

Die Deutsche Telekom hat dank ihrer anhaltenden Sparbemühungen ihren Gewinn im ersten Quartal trotz stagnierender Umsätze steigern können. „Wir sind gut und mit Schwung in dieses Jahr gestartet“, stellte Telekom-Chef René Obermann am Mittwoch in einer Telefonkonferenz fest. Das operative Geschäft habe sich weiter stabilisiert und in einigen Bereichen wie im deutschen Mobilfunkgeschäft verbessert, gleichzeitig seien wichtige Schritte der neuen Strategie umgesetzt worden. Der Telekom-Chef will sich die starke Nachfrage nach mobilem Internet, Breitband und nicht zuletzt IT-Dienstleistungen wie das viel zitierte „Cloud Computing“ zu nutze machen und die Umsätze in den nächsten Jahren auch wieder organisch steigern. Sorgenkind bleibt das US-Geschäft. Mit der Kundenentwicklung bei T-Mobile USA sei er nicht zufrieden, betonte Obermann.

Insgesamt konnte die Telekom die Umsätze mit einem Rückgang von 0,6 Prozent auf 15,8 Milliarden Euro praktisch stabil halten. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) legte um 1,6 Prozent auf 4,9 Milliarden Euro zu. Im ersten Quartal profitiert die Telekom zum letzten Mal noch von der Beteiligung an der griechischen Hellenic Telecom (OTE), die im Vorjahr erst ab Februar in die Zahlen einbezogen wurde. Unterm Strich verdiente der Bonner Konzern 767 Millionen Euro nach einem Minus von mehr als einer Milliarde im Vorjahr. Damals hatten hohe Abschreibungen auf die Mobilfunktochter in Großbritannien die Telekom in die roten Zahlen gedrückt.

AKTIE STEIGT

An der Börse sorgten die Zahlen bis zum Mittag für einen Kursanstieg von 2,82 Prozent auf 9,067 Euro. Börsianer kommentierten, die Quartalszahlen seien „ohne Haken und besser als erwartet“ ausgefallen. Einige Analysten monierten jedoch die Schwäche im US-Geschäft.

Die Telekom-Tochter T-Mobile USA verlor erneut Mobilfunkkunden an die Konkurrenz. Die Telekom hinkte lange mit ihrem Netzausbau hinterher und hofft nun, mit dem Ausbau des 3G-Netzes und neuen Smartphones Kunden zu gewinnen. Der durchschnittliche Monatsumsatz je Kunde ging im ersten Quartal trotz gestiegener Datenumsätze um zwei Dollar auf 45 Dollar zurück. „Wir verdienen in den USA aber gutes Geld“, verteidigte Obermann. Die US-Tochter habe im ersten Quartal einen Nettogewinn von 362 Millionen Dollar (Vorjahr: 322 Mio USD) abgeworfen, auch der operative Gewinn sei auf Dollarbasis etwas gestiegen. In Euro gingen allerdings sowohl Umsatz als auch operativer Gewinn zurück.

In Deutschland konnte die Telekom den Umsatzrückgang dank des starken Mobilfunkgeschäfts verglichen mit dem Vorjahreszeitraum abschwächen. Im Festnetzgeschäft verlor der Ex-Monopolist zwar noch 372.000 Anschlüsse (Vorjahreszeitraum 602.000), gleichzeitig hielt die Telekom aber den Marktanteil im Breitbandgeschäft mit 46 Prozent stabil. Bis 2012 will Obermann die Umsätze im Deutschlandgeschäft stabilisieren.

Insgesamt konnte die Telekom im ersten Quartal 339 Millionen Euro einsparen, davon 41 Millionen Euro in Deutschland. Bis 2012 sollen die Kosten konzernweit um 4,2 Milliarden Euro gesenkt werden. Die Telekom befindet sich schon seit Jahren im Umbau: Ende März Beschäftigte die Telekom noch 258.240 (Vorjahr: 260.798) Mitarbeiter, davon 127.969 (Vorjahr: 131.312) in Deutschland.

AUSBLICK BESTÄTIGT

Die europäischen Mobilfunkgesellschaften konnten ihre Gewinnmargen kräftig steigern. Das Segment Süd- und Osteuropa wurde hingegen durch die angespannte wirtschaftliche Lage und den hohen Wettbewerbsdruck belastet. Umsatz und EBITDA stiegen in dem Segment vor allem dank der Beteiligung an OTE.

Den Ausblick für das laufende Jahr bestätigte der Konzern. In die ursprüngliche Prognose für das bereinigte EBITDA von rund 20 Milliarden Euro werde die britische Tochter T-Mobile UK allerdings nicht mehr einbezogen. Deshalb verringere sich der Wert um 400 bis 500 Millionen Euro. Die Telekom hatte die Mobilfunktochter in ein Joint Venture mit der France-Telecom-Tochter Orange eingebracht, vom zweiten Quartal an wird das Gemeinschaftsunternehmen seine Zahlen separat vorlegen. Die Prognose für den Free Cashflow bleibe aber bei rund 6,2 Milliarden Euro. Im ersten Quartal erwirtschaftete die Telekom einen Free Cashflow von 1,4 Milliarden Euro.

tf/mei/

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