[Medien] «Focus» darf nicht alle Details zu Kachelmann-Ermittlungen nennen

12. Mai 2010 | by TechFieber.de

Focus kachelmannDas Münchner Nachrichtenmagazin «Focus» darf nicht mehr in allen Einzelheiten über die Ermittlungen wegen Vergewaltigung gegen den Meteorologen und Fernsehmoderator Jörg Kachelmann berichten. Das hat das Kölner Landgericht am Mittwoch entschieden. Der Focus Magazin Verlag kündigte an, in Berufung zu gehen.

Kachelmann hatte zuvor eine einstweilige Verfügung gegen «Focus» erwirkt. Dagegen wiederum hatte das Nachrichtenmagazin Widerspruch eingelegt. In der mündlichen Verhandlung über diesen Widerspruch machte das Gericht deutlich, dass eine zu detaillierte Berichterstattung über den Fall gegen die Persönlichkeitsrechte von Kachelmann verstoße.

«Focus» hatte in einem seiner Artikel Details aus den Ermittlungsakten veröffentlicht. Diese hätten in der Öffentlichkeit jedoch nichts zu suchen, sagte ein Gerichtssprecher. Das Magazin habe damit aus Sicht der zuständigen Kammer Kachelmanns Persönlichkeitsrechte verletzt. Der derzeit inhaftierte Moderator habe die Möglichkeit, das Nachrichtenmagazin auf Schadenersatz und Schmerzensgeld zu verklagen.

«Wir werden das Urteil und die schriftliche Begründung noch abwarten und dann mit Sicherheit in die nächste Instanz gehen», kündigte der Focus Magazin Verlag an. Gegenstand der Verhandlung sei nicht die Frage nach der Korrektheit der Berichterstattung gewesen, «sondern ob mit dieser Persönlichkeitsrechte verletzt wurden». Das Gericht habe demnach nicht die Wahrheit der Informationen in Frage gestellt. «Wir sind der Auffassung, dass der Informationsanspruch unserer Leser und der Öffentlichkeit die Interessen von Herrn Kachelmann überwiegt.»

Die Verhandlung am Mittwoch war der Auftakt zu einer Reihe von Verfahren mit Beteiligung Kachelmanns. Unter anderem hatte der 51-Jährige auch einstweilige Verfügungen gegen die «Bild»-Zeitung erwirkt. Die Zeitung hatte Fotos vom Hofgang des Untersuchungshäftlings abgedruckt und angebliche SMS-Nachrichten veröffentlicht, die Kachelmann Frauen geschrieben haben soll.

tf/mei/ddp

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Comment (1)

  1. Harwardt says:

    Hallo!
    Ich wäre auch nicht sehr glücklich darüber in einem solch schwierigen Fall durch indiskretionen der Presse die Möglichkeit zu verlieren, meine Unschuld zu beweisen.
    Denn eines ist für mich schon klar, der Herr Kachelmann ist unschuldig!
    Allerdings reichen dem Staatsanwalt scheinbar die Unlogik einiger Fakten nicht aus.
    Ich denke dann wäre es nur fair die angeblich Vergewaltigte dem gleichen Druck auszusetzen wie Herrn Kachelmann.
    Ob sie dann bei Ihrer Variante bleiben würde stelle ich hiermit in Frage.
    Wenn Herr Kachelmann aber unschuldig ist stellt sich für mich eine weitere Frage. Wer half der angeblich vergewaltigten dabei die falschen Spuren zu erzeugen?
    Ich hoffe das sich der Fall sicher aufklären lässt!
    So wie es bis jetzt abgelaufen ist stehen die Chancen für den Unschuldigen in diesem Fall aber sehr schlecht. Da Er von Beginn an mit Vorverurteilungen und Indiskretionen zu kämpfen hatte.
    Frager

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