Mega-Kurssturz an der Börse: Experten rufen nach strengere Regeln für Computer-Handel mit Wertpapieren

7. Mai 2010 | by TechFieber.de

Computer Handel Börse

Nach dem größten Kurssturz aller Zeiten an der Wall Street fordert Professor Hans-Peter Burghof strengere Auflagen für den durch Computer ausgelösten Wertpapierhandel. „Wir müssen Regeln finden, wie wir mit der zunehmenden Abhängigkeit vom computergesteuerten Handel umgehen“, sagte der Professor für Bankwirtschaft und Finanzdienstleistungen an der Universität Hohenheim der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX am Freitag. Ein Verbot hält Burghof allerdings weder für sinnvoll noch für durchsetzbar.

Die Computersysteme machen die Märkte effizienter. „Das Rad kann hier nicht ganz zurückgedreht werden.“

Den Kurssturz am Donnerstagabend in den Vereinigten Staaten um bis zu rund neun Prozent bezeichnete er als „Computer-Squash“. Offensichtlich hätten die Computersysteme den Fehler eines Händlers aufgespürt und den Ball zehn- und hundertfach zurückgeschlagen. Händler seien dann erst einmal machtlos, wenn die geballte Macht der elektronischen Systeme der Banken in Bruchteilen von Sekunden zuschlagen.

Der Leitindex Dow Jones Composite hatte in nicht einmal einer Stunde fast 1.000 Punkte oder ein Zehntel seines Werts verloren. Selbst Standardwerte wie Procter & Gamble brachen um bis zu ein Drittel ein – der Marktwert des weltweit größten Konsumgüterherstellers sank innerhalb weniger Minuten somit um rund 60 Milliarden Dollar.

Es gehe jetzt darum, solche Exzesse wie am Donnerstag zu verhindern. Burghof räumte allerdings ein, dass es schwer sei, sinnvolle Regeln zu finden. „Es muss aber dringend etwas geschehen“, sagte er. Hier sind sowohl die Betreiber der Börsen wie die NYSE Euronext , Nasdaq OMX Group oder Deutsche Börse als auch die Aufsichtsbehörden gefordert.

„Wir sind zunehmend von technischen Systemen abhängig. Daher müssen wir einen Umgang damit finden“, sagte Burghof. Ein möglicher Weg sei es zum Beispiel, dass der computergestützte Handel gekennzeichnet wird und sich die Teilnehmer auch offenbaren müssen. Dies wird derzeit zum Beispiel mit sogenannten Dark Pools umgangen. Dort bleiben Käufer und Verkäufer von großen Wertpapierpaketen anonym. Zudem werden keine Details der Aufträge veröffentlicht.

___________________________________

>> Alle Artikel zum „Schwerpunkt TechBusiness“ bei TechFieber

Begeistert von diesem Artikel? Folge uns auf Twitter TechFieber Facebook . NEU: Werde TechFieber-Fan bei Facebook TechFieber Facebook .

Mehr bei TechFieber zum Thema: , ,

Antwort schreiben