[Business] Bank-Skandal: BDI-Chef Henkel wusste von bankeigenen Villen für IKB-Vorstandsmitglieder

27. April 2010 | by TechFieber.de

Mit der Aussage des früheren Präsidenten des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Hans-Olaf Henkel, ist am Dienstag vor dem Landgericht Düsseldorf der Prozess gegen den ehemaligen Chef der Mittelstandsbank IKB, Stefan Ortseifen, fortgesetzt worden. Anders als noch im Ermittlungsverfahren räumte Henkel vor Gericht ein, dass er von den bankeigenen Villen für Vorstandsmitglieder gewusst habe. Der 70-Jährige sagte, er habe als Mitglied des IKB-Aufsichtsrates sogar entsprechende Beschlüsse über die Mieten für die Villen unterschrieben. Sein Gedächtnis habe ihm bei seiner Aussage im Ermittlungsverfahren wohl «einen Streich gespielt».

Für das Gericht ist Henkels Aussage wichtig, weil sich Ortseifen unter anderem wegen Untreue verantworten muss. Er soll die ihm zur Verfügung gestellte Villa auf Kosten der Bank ohne Kenntnis des Aufsichtsrates für 120 000 Euro «verschönert» haben. Ortseifen hatte dies im Prozess als «werterhaltende Maßnahme» bezeichnet, für die Staatsanwaltschaft jedoch ist es eine Straftat.

Henkel sagte dazu als Zeuge, er könne nicht ausschließen, dass Ortseifen dazu berechtigt gewesen sei. Sein früherer Aufsichtsratskollege Uwe Haasen erklärte, es habe bei den Aufsichtsratssitzungen vorbereitete Beschlüsse gegeben, über die man nicht diskutiert, sondern sie nur unterschrieben habe.

In dem Prozess um den Beinahezusammenbruch der Düsseldorfer IKB wird am 12. Mai auch der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank, Josef Ackermann, aussagen. Ortseifen hat Ackermann vorgeworfen, zur Schieflage der IKB dadurch beigetragen zu haben, dass die Deutsche Bank angesichts der zunehmenden Probleme Kredite fällig stellte.

tf/mei/ddp

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