E-Commerce: Amazon macht 60 Prozent mehr Gewinn – E-Book-Reader Kindle bleibt ein Hit

23. April 2010 | by TechFieber.de

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Die Wirtschaft springt an, die Menschen kaufen wieder: Einer der Nutznießer ist der weltgrößte Online-Versandhändler Amazon. «Kindle bleibt unser Verkaufsschlager», sagte Gründer und Unternehmenschef Jeff Bezos am Donnerstag in Seattle.

Im ersten Quartal ging der Umsatz um 46 Prozent auf 7,1 Milliarden Dollar hoch. Der Gewinn verbesserte sich unterm Strich sogar um satte 68 Prozent auf 299 Millionen Dollar.

Amazon hat die Bibliothek an elektronischen Büchern mittlerweile auf mehr als 500 000 ausgebaut. Zumeist handelt es sich um englische Werke, mit dem Vorstoß auf die weltweiten Märkte soll aber auch die Auswahl an anderssprachigen Büchern steigen. Amazon hatte im vergangenen Jahr eine größere Variante des Lesegeräts auf den Markt gebracht.

Allerdings hat der Kindle mittlerweile scharfe Konkurrenz bekommen. Anfang April hat Apple sein iPad herausgebracht, das sich in der ersten Woche schon mehr als eine halbe Millionen Mal verkauft hat. Ende Mai kommt der Tablet-Computer auch in Deutschland auf den Markt. Neben Büchern lockt der schlanke Rechner auch mit interaktiven Nachrichten-Seiten, Videos und Musik.

In den Amazon-Zahlen vom Jahresanfang war davon noch nichts zu spüren: Vor allem das Geschäft mit Elektronikartikeln brummte. Mittlerweile setzt Amazon mit Digitalkameras oder Staubsaugern mehr um als mit Büchern, CDs und DVDs. Der wichtigste Markt ist immer noch Nordamerika, doch der Rest der Welt holt auf.

Am Vortag hatte bereits das rivalisierende Online-Auktionshaus Ebay gute Geschäfte vermeldet. Zwischen beiden tobt ein Kampf um die Kunden. Vielen Konsumenten scheint es sicherer und einfacher, bei Amazon zu kaufen. Ebay arbeitet nun unter Hochdruck am Ausbau des weltgrößten Auktionshauses zu einer Handelsplattform mit mehr Festpreis-Angeboten, Profi-Verkäufern und Neuwaren.

Obwohl beide Unternehmen von der wiedergekehrten Kauflaune der Verbraucher profitierten, sanken die Aktien. Grund war ein Ausblick, der vielen Anlegern in beiden Fällen als zu vorsichtig erschien. Amazon geht davon aus, dass das Umsatzwachstum im zweiten Quartal «nur» noch bei 31 bis 44 Prozent liegt. Auch das operative Ergebnis soll schlimmstenfalls weniger stark als zu Jahresbeginn steigen.

Amazon war vor 15 Jahren als erster Internet-Buchladen an den Start gegangen und hat sich inzwischen zum weltweit größten Online- Einzelhändler mit einer bunten und breiten Produktpalette entwickelt. Der Kindle kam vor drei Jahren heraus.

tf/mei/ddp

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