[techTipp] Nervige Computer-Geräusche vermeiden: Unbedingt PC-Lüfter vor dem Kauf hören lassen

20. April 2010 | by TechFieber.de

techtipp PC-Lüfter Laute PC-Lüfter nerven. Damit die Kühlung im Inneren des Rechners nicht auf höchsten Touren laufen muss, sollten Nutzer für ausreichend Luftzufuhr sorgen. Und wer sich einen neuen Computer kauft, kann gleich auf den Geräuschpegel achten.

Gute Belüftungsmöglichkeiten zu schaffen, ist der erste Schritt, dem nervigen Surren des Lüfters zu entgehen, erklärt Patrick Weiß, Produktmanager bei Samsung. Der Computer sollte so stehen, dass eine Luftzirkulation im Gehäuse möglich ist.

Besonders leicht lassen sich die Lüftungsschlitze eines Notebooks blockieren: zum Beispiel wenn das Gerät auf einem weichen Sofa steht. «Ist das Gitter zugesetzt, entstehen zunächst Schleifgeräusche», sagt Markus Schütz vom PC-Hersteller Dell in Frankfurt. Die Temperatur im Prozessorkern steige – bis zu 105 Grad Celsius, wenn das Notebook etwa in ein Kissen einsinkt. Der Lüfter drehe dann hörbar schneller, durch die nicht mehr vorhandene Kühlung laufe schließlich auch das Gehäuse heiß. Im Extremfall schalte sich das Gerät aus.


Langfristig können sich derartige Belastungen auf die Lebensdauer des Lüfters auswirken, sagt Sven Schlicker Entwicklungsingenieur für Lüftertechnik in Radevormwald. Nicht nur extreme Hitze, starke Temperaturschwankungen oder eine staubig und feuchte Umgebung machen den filigranen Lagersystem im Innern zu schaffen – auch Flusen und Fusseln von Wollpullis oder Decken setzen dem Luftansaugkanal zu. Es ist daher ratsam, stets eine feste Unterlage zu nutzen.

Bei Desktop-PCs können auch veraltete Lüfter-Komponenten, die Prozessor, Grafikkarte oder Gehäuse kühlen, Ursache für Störgeräusche sein. Einen Standardlüfter für das Gehäuse kann Schlicker zufolge jeder Anwender problemlos selbst nachrüsten. Schwieriger ist es, Ersatz für die Prozessor- oder Grafikkarten-Kühlung zu finden: Einerseits sei die Auswahl an Prozessoren sehr groß, andererseits müsse der Lüfter exakt auf das Mainboard passen. Laien sei der nachträgliche Einbau daher nicht zu empfehlen.

Bei Notebooks können Anwender überhaupt nicht nachrüsten, erklärt Arnt Kugler vom Computerportal chip.de. Da das System geschlossen ist, müssten beim Austausch wichtige Bauteile wie das Mainboard mit ausgebaut werden. Wer selbst herumschraubt, kann nicht nur Schaden im Gerät anrichten, sondern verliert auch die Herstellergarantie. Bei Problemen wird das Gerät daher besser zum Händler beziehungsweise Hersteller gebracht.

Am besten wird schon beim Kauf auf einen leisen Computer geachtet: In jedem Fall sollten Anwender die Erfahrungen anderer Käufer zu Kenntnis nehmen und sich das Gerät im Fachgeschäft vorführen lassen, rät Schütz. «Durch Handauflegen am Lüfterausgang können Lautstärke und Wärmeabfuhr überprüft werden», ergänzt Weiß. Bedacht werden müsse dabei aber, dass der Prozessor im Alltag auch durch arbeitende Programme beansprucht wird – bei den ausgestellten Notebooks sei das oft nicht so.

Wer unbedingt hohe Leistung möchte und dabei etwa auf einen Prozessor des Intel-Typs Core i7 setzt, sollte hingegen mit geräuschvoller Kühlung rechnen, so Schütz. Ohnehin nicht gerade leise seien High-End-Notebooks für Gamer: «Eine Porsche hat auch lautere Motorengeräusche.»
Lüfter nur vorsichtig reinigen

Ist der Ansaugbereich des Computers verschmutzt, können Flusen mit einer Pinzette oder Zahnbürste entfernt werden. Sitzt der Staub hinter dem Gitter fest, können Anwender auch vorsichtig das Staubsauger-Rohr an die Lüftungsschlitze setzen. «Da das Gebläse aber wesentlich stärker als der Motor des Lüfters ist, kann dessen Lagerbereich durch die zu hohe Drehzahl Schaden nehmen», warnt Lüfter-Entwickler Sven Schlicker. Der Lüfter sollte deshalb mit einem Holz-Zahnstocher blockiert werden

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