Plus 38 Prozent: Geldmaschine Google verdient 2 Mrd Dollar im 1. Quartal

16. April 2010 | by TechFieber.de

Google milliarden gewinnTrotz aller Probleme mit der chinesischen Regierung, der Konkurrenz und Behörden bleibt Google eineGeldmaschine. „Google hat sich im ersten Quartal sehr gut geschlagen“,resümierte Finanzchef Patrick Pichette am Donnerstag. Der Internet-Riese mitSitz im kalifornischen Mountain View verdiente unterm Strich knapp 2 Milliarden Dollar und damit 38 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Die digitale Wirtschaft wachse schnell und deshalb bleibe Googleoptimistisch, sagte Pichette. Der Konzern verdient sein Geld hauptsächlich mitWerbung im Umfeld von Suchergebnissen. In der schlechten Wirtschaftslage spartensich viele Firmen die teuren Anzeigen. „Die Werbetreibenden kommen zurück“,sagte der Finanzchef. Im ersten Quartal stieg der Umsatz um 23 Prozent auf 6,8Milliarden Dollar.

ANLEGER UNZUFRIEDEN

Die Anleger zeigten sich ungeachtet der guten Zahlen unzufrieden:Nachbörslich sank die Aktie um schließlich 5 Prozent. Es überwogen die Sorgen,dass Google sich mit neuen Projekten verzettelt. Zudem hatten einige Analysteninsgeheim auf ein noch besseres Abschneiden gewettet, nachdem dasTechnologie-Schwergewicht Intel sich zu Wochenbeginn in Bestform präsentierthatte.

Google ist breit aufgestellt und stößt in immer mehr Felder vor. Das führtunweigerlich zu Konflikten. Eines der größten Abenteuer ist dasMobilfunk-Geschäft. Der Konzern hat das Handy-Betriebssystem Android entwickeltund mit dem Nexus One auch ein eigenes Smartphone auf den Markt gebracht.Finanzchef Pichette versicherte, dass das Gerät profitabel sei. Die Stückzahlenliegen weit hinter denen der etablierten Konkurrenz.

ÄRGER MIT APPLE

Der Vorstoß auf den Handy-Markt hatte zum Krach mit dem iPhone-HerstellerApple geführt, ehedem ein guter Partner. „Wir hatten einestarke Verbindung zu Apple und wir hoffen, dies in der Zukunft fortsetzen zukönnen“, sagte Entwicklungschef Jeff Huber und reagierte damit aufSpekulationen, Apple könne Google als Suchmaschine von seinem iPhone verbannenund zu Microsofts Bing wechseln.

Bei der Internet-Suche hatten Microsoft und Partner Yahoo im März auf demUS-Markt etwas aufgeholt. Nach Daten des Marktforschers Comscore fiel derGoogle-Anteil im Vergleich zum Vormonat von 65,1 auf 65,5 Prozent. Zudem machenGoogle die Sozialen Netzwerke wie Facebook zu schaffen, die massenhaft Zulaufhaben.

SITUATION IN CHINA BLEIBT SPANNEND

Spannend bleibt auch die Situation in China. Google wollte nicht länger dievon der Regierung auferlegte Zensur mitmachen und verlegte seine Suchmaschineins freiere Hongkong. Das führte zu erheblichen Beeinträchtigungen. „Wirglauben, wir haben die richtige Entscheidung getroffen“, sagte FinanzchefPichette. Es handele sich aber nicht um einen kompletten Rückzug aus demRiesenreich, stellte er klar: Die Entwickler und die Vertriebler blieben inChina.

Ungemach droht Google auch aus den Industriestaaten: Datenschützer inDeutschland attackieren das Projekt „Street View“, mit dem Google ganze Städteabfotografiert. Die US-Wettbewerbsbehörden beäugen die Übernahme desHandy-Werbespezialisten AdMob kritisch. Finanzchef Pichette rechnet dennoch mitder Freigabe. Trotz aller Widerstände will Google bei der Entwicklung neuerProdukte nicht locker lassen. Der Finanzchef kündigte kräftige Investitionen anund will dafür die Mannschaft weiter aufstocken. Alleine im ersten Quartal wuchsdie Zahl der Mitarbeiter um 800 auf rund 20 600. Leisten kann sich Google seinenWagemut jedenfalls: Die Kasse ist mit 26,5 Milliarden Dollar gefüllt.


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