Südkorea: Zwangspausen gegen Computerspielsucht

14. April 2010 | by Fritz Effenberger

In Südkorea geht dieselbe Angst um wie hierzulande oder in anderen Industrienationen: Kinder und Jugendlich könnten in den Klauen der Online-Computerspielsucht gefangen aus der Mitte unserer Gesellschaft gerissen werden und zu seelen- und ansonsten auch nutzlosen Zombies mutieren. Ist natürlich Quatsch, hier wie dort, aber trotzdem müssen Politiker von Lösungen reden, um glaubhaft zu wirken. Die Regierung in Seoul hat deshalb eine Spielsperre in Online-Games einbauen lassen, so dass die Kindlein zum Schlafen gezwungen sind. Theoretisch.

Praktisch ist das Projekt zum Scheitern verurteilt, weil es sich nur auf 19 einzelne Titel bezieht (darunter keine echten Tophits des Genres) und die Gören auch ohne Computer nicht schlafen können, nicht wahr? So oder so wird es nicht klappen, ohne die Kurzen mit einzubeziehen. Notfalls sogar mit direktem Gespräch und Einfühlung in deren subjektive Situation.

Ich sag’s gerne nochmal: Computerspiele arbeiten alle nach dem selben Prinzip: Du bekommst eine Herausforderung und hast bei Erfolg ein gutes Gefühl. Wenn also Kids scheinbar „süchtig“ nach Spielen sind, haben sie im wirklichen Leben zu wenige Erfolgschancen. Das muss man dann ändern. Zeitschaltuhren lösen das Problem nicht.

[Link]

Mehr bei TechFieber zum Thema: , ,

Antwort schreiben