[Business] Round-up: Experten justieren ihre Wachstumsprognosen nach – Wirtschaft soll zwischen 1,5 und 1,8 Prozent wachsen

14. April 2010 | by TechFieber.de

Führende Wirtschaftsforscher haben ihre Prognosen für die Entwicklung der deutschen Wirtschaft neu justiert und erwarten in diesem und im nächsten Jahr ein moderates Wachstum. Zudem werde nicht mehr mit einem gravierenden Einbruch am Arbeitsmarkt gerechnet. Das geht aus dem gemeinsamen Frühjahrsgutachten mehrerer Forschungseinrichtungen hervor, aus dem verschiedene Medien bereits am Mittwoch vorab berichteten, sowie aus der Prognose des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), die am Mittwoch in Berlin vorgestellt wurde.

Mehrere Wirtschaftsinstitute sagen in ihrem gemeinsamen Frühjahrsgutachten, das am Donnerstag an Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) übergeben werden soll, für dieses Jahr ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 1,5 Prozent voraus. In ihrem Herbstgutachten waren sie noch von einem Plus von lediglich 1,2 Prozent ausgegangen. Für nächstes Jahr erwarten sie ein Plus von 1,4 Prozent. 2009 war die deutsche Wirtschaft um fünf Prozent eingebrochen und hatte damit die stärkste Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg erfahren. Die Bundesregierung rechnet für dieses Jahr mit einem BIP-Plus von 1,4 Prozent.

Das DIW in Berlin, das nicht an der Gemeinschaftsprognose beteiligt ist, senkte seine Prognose. In diesem Jahr rechnen die Experten mit einer BIP-Zunahme um 1,7 Prozent und im kommenden Jahr um 1,8 Prozent, wie das Institut mitteilte. Noch zu Jahresbeginn hatten die Experten für beide Jahre ein Plus von jeweils rund zwei Prozent vorausgesagt. «Damit kommen wir nur mühsam aus der Krise heraus. Mit Blick auf die Finanzmärkte bleiben aber große Unsicherheiten», sagte DIW-Präsident Klaus Zimmermann.

Die Erholung wird nach Auffassung der Ökonomen im laufenden Jahr von den Exporten getrieben. DIW-Präsident Zimmermann wies allerdings darauf hin, dass Deutschland im Gegensatz zu früheren Zeiten vom wachsenden Welthandel nur unterdurchschnittlich profitieren kann. Der Hauptgrund dafür sei, dass die Hauptabsatzmärkte für die deutschen Exporte nicht mit den aktuellen Wachstumszentren in Asien und Lateinamerika übereinstimmten. Ein Großteil der Exporte gehe vielmehr in die Eurozone und nach Osteuropa.

Eine stabile Entwicklung erwarten alle Experten für den deutschen Arbeitsmarkt. Die Talsohle sei durchschritten, die Arbeitslosenquote werde 2010 bei voraussichtlich 7,8 Prozent und 2011 bei 7,7 Prozent liegen, hieß es beim DIW. «Erwartungen, dass es zu einer massiven Zunahme der Arbeitslosigkeit infolge der jüngsten Krise kommt, haben sich bisher nicht bestätigt», sagte DIW-Arbeitsmarktexperte Karl Brenke. «Und es spricht nichts dafür, dass sie eintreten werden», fügte er hinzu. Allerdings sei das Wirtschaftswachstum für eine deutliche Ausweitung der Beschäftigung nicht stark genug.

Das Frühjahrsgutachten sieht ebenfalls einen Rückgang der Arbeitslosigkeit. So erwarten die Experten einen Rückgang der Arbeitslosenzahl auf 3,382 Millionen im Jahresdurchschnitt 2010. 2009 waren durchschnittlich 3,423 Millionen Menschen arbeitslos. 2011 soll die Zahl weiter auf 3,313 Millionen sinken. In ihrem Herbstgutachten hatten die Ökonomen für 2010 noch einen Anstieg auf durchschnittlich 4,075 Millionen Arbeitslose erwartet.

tf/mei/ddp

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