[re:publica] „noWhere“: Blogger aus 30 Ländern treffen sich zur re:publica 2010

13. April 2010 | by TechFieber.de

X . Unter dem Motto «noWhere» beginnt am Mittwoch (14. April) in Berlin der Blogger-Kongress re:publica 2010. «Mit dem Motto wollen wir beschreiben, wie es einem geht, wenn man im Netz ist: Es ist einerseits im Hier und Jetzt, aber andererseits weltweit global vernetzt und im Nirgendwo», sagte der Netzaktivist und re:publica-Veranstalter Markus Beckedahl am Dienstag im Interview mit der Nachrichtenagentur ddp. Unter den Referenten aus rund 30 Ländern sind auch Vertreter der Internet-Plattform WikiLeaks, die in der vergangenen Woche das Video zweier US-Kampfhubschrauber veröffentlichte, die im Juli 2007 in Bagdad mehrere Zivilisten und zwei Journalisten töteten.

Die Relevanz eines Blogs sei qualitativ nicht messbar, sagte Beckedahl. Es gebe Blogs mit 50 Lesern, «aber wenn es nur 100 Leute auf der ganzen Welt gibt, die sich für dieses Thema interessieren, dann ist es für diese Zielgruppe relevanter als die ‚Bild‘-Zeitung». 99 Prozent aller Blogger wollten keine Journalisten sein, sagte Beckedahl, der das Blog netzpolitik.org betreibt und dort im vergangenen Jahr den Datenskandal beim sozialen Netzwerk SchülerVZ aufgedeckt hatte.

Als Trend der vergangenen Monate sieht Beckedahl die Vermischung von Bloggern mit anderen sozialen Medien. «Man nutzt neue Öffentlichkeiten und konzentriert sich nicht nur auf das Werkzeug Blog, sondern legt auch auf Facebook eine Fanseite an und ist als Marke und Blogbetreiber auf Twitter aktiv.» Vor fünf Jahren seien Blogs nahezu das einzige einfache Werkzeug gewesen, «um zu kommunizieren, um zu publizieren, sich zu vernetzen».

Es sei wichtig, mit Blick auf soziale Netzwerke über Datenschutz zu diskutieren, sagte Beckedahl: «Bei Facebook werden unsere Datenschutzrechte mit Füßen getreten.» Die Bundesregierung müsse «dringend mehr Druck» ausüben. Eine Möglichkeit sei das Safe-Harbor-Abkommen, das die Datenweitergabe zwischen der EU und den USA regelt. «Wenn die Bundesregierung damit droht, dieses Abkommen zu beenden oder zu verändern, dann wird das wahrscheinlich mehr Einfluss auf die Diskussion haben, als wenn Frau Aigner damit droht, ihren Facebook-Account zu löschen.»

Die vierte re:publica findet vom 14. bis 16. April im Friedrichstadtpalast und der Kalkscheune in Berlin statt. Neben 253 Rednern werden auch 2500 Besucher erwartet.

tf/mei/ddp

___________________________________

>> Alle Artikel zum „Schwerpunkt Business“ bei TechFieber

Begeistert von diesem Artikel? Follow us on Twitter!

Mehr bei TechFieber zum Thema: , , , , , , , , ,

Antwort schreiben