[Business] Löhne: RWI-Präsident mahnt Tarif-Parteien zu «Augenmaß» – Deutschland ist kein „Billiglohn-Standort“

2. April 2010 | by TechFieber.de

X Der Präsident des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) in Essen, Christoph M. Schmidt, rät den Tarifparteien zu weiterem «Augenmaß». Bei den Abschlüssen der vergangenen Jahre habe es viele Flexibilisierungselemente gegeben, sagte Schmidt der Nachrichtenagentur ddp. Dies habe zahlreichen Unternehmen in schlechten Zeiten das Überleben ermöglicht und zugleich die Arbeitsplätze sicherer gemacht.

Der «Wirtschaftsweise» mahnte: «Von diesem Weg sollte man nicht abweichen.» Zwar habe Deutschland «sicherlich keine Zukunft als Billiglohn-Standort». Man brauche aber auch «ein Niedriglohnsegment für jene Arbeitsnehmer, die aufgrund ihrer – aus welchen Gründen auch immer – geringen Qualifikation keine gut bezahlte Arbeit finden».

Schmidt fügte hinzu: «Mindestlöhne drohen, wenn sie zu hoch angesetzt sind, diese Menschen auf Dauer aus dem Arbeitsmarkt zu drängen.» Besser seien hier Lösungen, bei denen man in einer Kombination aus dem zu erzielenden Markteinkommen und staatlicher Hilfe ein Auskommen sichere. Wichtig sei allerdings, «dass in einem solchen System Anreize bestehen bleiben, sich zu qualifizieren und mehr am Markt zu verdienen».

tf/mei/ddp

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