[Business] Schmiergeld-Skandal: Staatsanwaltschaft München fordert hohes Bußgeld von Ferrostaal

1. April 2010 | by TechFieber.de

Ferrostaal Business Die Münchner Staatsanwaltschaft will nach Informationen der «Süddeutschen Zeitung» (Donnerstagausgabe) vom Essener Industriekonzern Ferrostaal wegen der dem Unternehmen vorgeworfenen Schmiergelddelikte ein hohes Bußgeld verlangen. Bereits im vergangenen Jahr hatte die Staatsanwaltschaft nach ersten Untersuchungen 120 Millionen Euro Bußgeld gefordert und erklärt, damit sei das Verfahren für das Unternehmen dann weitgehend erledigt. Ferrostaal weigerte sich damals aber, zu zahlen, da der Konzernvorstand dafür keinen Anlass sah.

Inzwischen will die Staatsanwaltschaft aufgrund weiterer Erkenntnisse dem Bericht zufolge aber ein noch höheres Bußgeld fordern.

Die Münchner Strafverfolgungsbehörde ermittelt gegen elf Beschuldigte, vier aktive und sieben frühere Manager und Mitarbeiter von Ferrostaal. Zwei von ihnen, der das beurlaubte Vorstandsmitglied Klaus Lesker und einer seiner Mitarbeiter, sitzen in Untersuchungshaft. Unter den beschuldigten Ex-Mitarbeitern sind zwei frühere Vorstandsmitglieder.

Die Staatsanwaltschaft hat den Verdacht, dass bei verschiedenen Projekten in Ägypten, Portugal, Kolumbien, Argentinien und Indonesien geschmiert wurde. Die Vorwürfe gegen Ferrostal beruhen auf Aussagen eines seit längerem wegen Schmiergeldvorwürfen inhaftierten früheren Managers, der behauptet, vom Unternehmen sei systematisch bestochen worden. Aus Sicht von Ferrostaal handelt es sich um einen Kriminellen, der sich mit zum Teil erfundenen Geschichten an früheren Vorgesetzten rächen wolle.

Ferrostaal hatte nach ersten Schmiergeldvorwürfen der Münchner Staatsanwaltschaft aus dem vergangenen Jahr bereits eine interne Ermittlungsgruppe mit 60 Leuten gegründet.

tf/mei/ddp

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