Medien: Journalisten-Verband DJV warnt vor Schmuddel-Journalismus

26. Februar 2010 | by TechFieber.de

XXXXX LogoDer Deutsche Journalisten-Verband (DJV) hat die Einhaltung des Pressekodex bei Recherchen angemahnt. «Das Intimleben von Politikern auszuspähen verstößt gegen die berufsethischen Regeln des Journalismus, wie sie im Pressekodex des Deutschen Presserates festgelegt sind», sagte der DJV-Bundesvorsitzende Michael Konken am Freitag in Berlin.

Laut einem «Stern»-Artikel hat die Zeitschrift «Bunte» über eine Recherchefirma das Privatleben von Spitzenpolitikern ausspionieren lassen. Betroffen seien neben dem früheren SPD-Chef Franz Müntefering auch Linksparteichef Oskar Lafontaine und CSU-Chef Horst Seehofer.

Bei der Beschattung sollt die beauftragte Berliner Firma CMK unlautere Recherchemethoden angewandt haben. Die «Bunte»-Chefredaktion hatte bereits betont, sich «selbstverständlich an den Ehrenkodex des Deutschen Presserats» zu halten.

Konken sagte, zwar könne im Einzelfall ein öffentliches Interesse an der Partnerin eines Politikers bestehen. Das reiche aber in keinem Fall bis in die Intimsphäre hinein. Die berufsethischen Standards dürften nicht unterschritten werden. Die Leser erwarteten auch bei so genannten bunten Geschichten, dass seriös recherchiert werde. «Schmuddeljournalismus» sei immer fehl am Platz.

Unterdessen erhob der «Stern» am Freitag erneut Vorwürfe gegen die Recherchefirma CMK und warf ihr vor, «unzutreffende Angaben» gemacht zu haben. Laut «Stern.de» war der Chef der Agentur, Stefan Kiessling, persönlich in die Bespitzelung von Müntefering und Lafontaine involviert.

Die CMK hatte sich zuvor «von unlauteren oder sogar widerrechtlichen Arbeitsmethoden» distanziert. Die in dem «Stern»-Artikel unterstellten und von zwei ehemaligen freischaffenden Mitarbeitern offensichtlich selber durchgeführten, äußerst fragwürdigen Recherchemethoden missbillige die Agentur ausdrücklich, hieß es. Die Firma habe die Zusammenarbeit mit den beiden im April 2009 von sich aus aufgekündigt. Man habe festgestellt, «dass die Arbeitsmethoden der beiden Freischaffenden mit den professionellen Grundsätzen der CMK Images nicht vereinbar waren».

Kiessling war am Freitagnachmittag für eine Stellungnahme telefonisch zunächst nicht erreichbar.

tf/mei/ddp
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