eBay: Kartellamt untersucht Paypal Pflicht bei Internet-Riese eBay

26. Februar 2010 | by TechFieber.de

eBay Paypal

Neueste eBay-Nutzerrichtlinien und Online-Zahlungssystem Paypal auf juristischem Prüfstand in Deutschland: Das deutsche Bundeskartellamt in Berlin ordnet nach Beschwerden von eBay-Nutzern eine genaue Untersuchung der neuesten Nutzerrichtlinien des deutschen Ablegers des kalifornischen Online-Auktionshauses und Web-Händlers eBay eingeleitet.
Der E-Commerce-Riese verpflichtet seit gestern Verkäufer auf der Internet-Handels-Plattform, auch den konzerneigenen Bezahldienst Paypal anzubieten.

Das Bundeskartellamt prüft, ob das Internet-Unternehmen dadurch einen Wettbewerbsverstoß begeht. Die Untersuchungen seien aber fernab von jeglichen Verfahren und noch in einem sehr frühen Stadium, sagte Kay Weidner, Sprecher des Kartellamts, der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Ebay begrüßte ausdrücklich die Möglichkeit, mit dem Bundeskartellamt in Dialog zu treten, teilte das Unternehmen mit. Ebay sei bereits vor dem Start der neuen Regelungen in Kontakt mit der Behörde getreten, hieß es. Aus Sicht des Unternehmens profitieren kleine und Gelegenheitsverkäufer in erster Linie von den neuen Bestimmungen.

Die sichere Zahlungsmethode solle das Vertrauen der Käufer erhöhen und die Angebote attraktiver machen. Seit Donnerstag verpflichtet Ebay alle Verkäufer mit weniger als 50 Bewertungspunkten, optional auch Paypal als Zahlungsweg anzubieten. Dies betrifft vor allem private Anbieter und Gelegenheitsnutzer.

«Unsere Untersuchungen zeigen, dass die Anzahl schlechter Kauferfahrungen bei Angeboten von Verkäufern mit weniger als 50 Bewertungspunkten doppelt so hoch liegt wie durchschnittlich auf dem Ebay-Marktplatz», teilte das Unternehmen mit. Viele Käufer vermieden es deshalb, Waren von Gelegenheits-Verkäufern zu ersteigern. Mit der optionalen Zahlungsabsicherung über Paypal würden die Angebote für Käufer jetzt wesentlich attraktiver.

Kritiker befürchten allerdings Nachteile und steigende Kosten für kleine Händler. Bei der Nutzung von Paypal entstehen den Online-Verkäufern zusätzliche Gebühren. «Die immer wieder angeführten Gebühren in Höhe von 3,9 Prozent vom Verkaufspreis entstehen aber nur bei Verkäufen ins europäische Ausland», sagte Maike Fuest von Ebay. Innerhalb von Europa würden für die Zahlung über Paypal 1,9 Prozent des Verkaufspreises fällig.

Die Beschwerden beim Bundeskartellamt hatten sich dennoch gehäuft. «Für uns ist jede Beschwerde Anlass, uns eine Sache anzusehen», sagte Weidner. Die Behörde gehe aber davon aus, dass es keinen Anlass für ein formelles Verfahren geben wird. 2008 hatte das Bundeskartellamt bereits die damals erweiterte Paypal-Pflicht für gewerbliche Händler geprüft, jedoch keine weiteren Schritte eingeleitet.

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