Winnenden: Prozess gegen Vater von Amokläufer Tim K. erst im März

25. Januar 2010 | by TechFieber.de

Über den Prozess gegen den Vater des Amokschützen von Winnenden wollen die Richter frühestens Mitte März entscheiden. Eine Sprecherin des Landgerichts Stuttgart sagte am Montag auf ddp-Anfrage, derzeit prüfe die Jugendkammer, ob das Verfahren dort eröffnet werde oder vor der Strafkammer. Die Große Strafkammer habe den Fall in der vergangenen Woche der Jugendkammer zur Prüfung vorgelegt, «weil eventuell jugendliche Zeugen zu vernehmen sein werden», sagte die Sprecherin.

Nach einem «Focus»-Bericht hält das Gericht den Angeklagten Jörg K. der fahrlässigen Tötung in 15 Fällen für hinreichend verdächtig, weil er die spätere Mordwaffe frei zugänglich im Kleiderschrank lagerte. Dem Magazin zufolge sind die neun angeschossenen Schüler der Albertville-Realschule auch noch knapp ein Jahr nach der Tat des 17-jährigen Tim K. schwer traumatisiert. Ihre Zeugenaussage könne nach Ansicht der Richter zu einer hoch problematischen Vernehmungssituation führen, die die spezifischen Erfahrungswerte einer Jugendkammer erfordere, berichtet das Blatt in seiner neuen Ausgabe.

Schon Anfang Januar war es zu einer Verzögerung in dem Fall gekommen. Der Verteidiger von Jörg K. hatte beantragt, die sogenannte Einlassungsfrist nach Anklageerhebung bis Mitte Februar zu verlängern, weil die Akten sehr umfänglich sind. Ursprünglich hätte die Frist bereits Anfang Januar geendet. Erst im Anschluss kann das Gericht über die Zulassung der Anklage entscheiden und Termine für die Verhandlung ansetzen.

Der 17-jährige Tim K. hatte am 11. März mit der Waffe seines Vaters bei einem Amoklauf 15 Menschen und schließlich sich selbst erschossen. Die Tatwaffe hatte er aus dem Schlafzimmer der Eltern entwendet.

ddp/wld/wsd

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