[CES] Uralt-PCs mit Floppy-Drives statt Hightech bei Tech-Messe

7. Januar 2010 | by TechFieber.de

pressroom ces ibm pc

Keine Frage, die Consumer Electronics Show (CES), von Amerikanern seit Jahren großspurig als die größte, beste und so oder so bedeutendste Technik-Messe der Welt bezeichnet, hat schon bessere Tage erlebt.

Auch wenn sich die Branche Mut einredet und man im Vorfeld des Events einen neuen Aussteller- samt Neuheiten-Rekord bejubelte, die fetten Jahre sind vorbei. Der weltweite Umsatz mit Unterhaltungselektronik im gerade abgelaufenen Jahr 2009 ist laut den CES-Organisatoren, dem US-Branchenverband CEA, um zwei Prozent auf 681 Milliarden Dollar eingeknickt.

Bei der diesjährigen CES ist entsprechend Schmalhans Küchenmeister.

So herrscht etwa am Vortag der offiziellen Eröffnung der Tech-„Leitmesse“ auf dem Parkplatz vor dem Las Vegas Convention Center (LVCC) gähnende Leere. Die pompösen Aussteller-Zelte und oppulenten „Food Courts“ der letzten Jahre sind bei der CES 2010 ebenso Fehlanzeige wie die haushohen Reklame-Billboards von Unterhaltungselektronik- und anderen Tech-Riesen, die in Vorjahren vom LVCC und den Fassaden umliegender Hotels prangten.

Besonders illuster zeigt sich die Schrumpfkur der CES 2010 am heutigen Pressetag im Pressezentrum im LVCC. Die hier an Medienvertreter ausgegeben Tragetaschen sind kleiner als je zuvor, die Zahl der Pressefächer hat sich halbiert und selbst der knochenbittere Kaffee reicht nicht mal mehr bis 15 Uhr. Die „Blogger Lounge“ mit Gratis-Häppchen, Bier und Entertainment ist Geschichte.

Geradezu kurios ist auch die technische Ausstattung im „Press Room“ der Hightech-Show: Hier werkelt Uralt-Technik – sprich IBM-Computer aus den 90er Jahren stehen als Arbeitsterminals bereits. Samt 3,5-Zoll-Disketten-Laufwerken, versteht sich (siehe Bild unten). Und auch das Internet ist langsamer denn je.

„Es fehlen schlicht die Sponsoren“, lamentiert der seit Jahren hier aushelfende System-Administrator, der angesichts der museumsreifen Windows-XP-Computer-Dinos nur mit den Achseln zuckt. Noch vor zwei Jahren konnte der gute Mann nach dem Ende der Show gesponserte Hardware an Journalisten verschenken.

Aus dem selben Grund gibt es bei der CES 2010 auch keinen feinen Espresso mehr, den im vergangenen Jahr noch ein Sponsor gestressten Reportern kredenzte.

Immerhin scheint der amerikanische Computer-Reparatur-Dienstleister GeekSquad ein paar Sponsor-Dollar für das Wohl der sonst stets so umgarnten Presse-Menschen locker gemacht zu haben – in einer Ecke steht ein augenscheinlich ausrangierter Billig-Schreibtisch mit aufgeklebten Steckerleisten.

Damit gibt es in der Pressezentrale wenigstens ausreichend Steckdosen um schwächelnde Laptops und Digi-Kameras auftanken zu können.

Lassen wir uns also mal überraschen, was der Showfloor, der am Donnerstag seine Pforten öffnen wird, zu bieten hat.

Wir berichten noch bis zum Sonntag live für Euch von der CES.

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Comment (1)

  1. alexf10 says:

    […] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Jochen Siegle, alexf10 erwähnt. alexf10 sagte: RT @techfieber: :: [CES] Uralt-PCs mit Floppy-Drives statt Hightech bei Tech-Messe http://bit.ly/4uVyAA […]

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