Existenzangst: Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung steht vor dem Aus

18. Dezember 2009 | by Alex Reiger

DIW sorgt sich um seine Zukunft. Hintergrund ist die mögliche Verschwendung von Steuergeldern. «Wenn diese Diskussion in dieser Form weitergeht, kann man das Institut schließen», sagte der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Klaus Zimmermann, der «Berliner Zeitung» (Freitagausgabe).

Der Berliner Landesrechnungshof hat der Zeitung zufolge in einem bislang unveröffentlichten Bericht dem DIW Fehlverwendung öffentlicher Mittel vorgeworfen.

Das Berliner Institut muss demnach Fortschritte bei der Forschungsqualität nachweisen. Bereits 2012 werde dies überprüft. Eine sich ausweitende Debatte über die mögliche Mittelverwendung blockiere jedoch Kräfte, die jetzt eigentlich für den Verbesserungsprozess dringend benötigt würden, sagte Zimmermann. «Die Bürokratie wird sicherlich erheblich zunehmen.»

Vor diesem Hintergrund mahnte der DIW-Chef eine Versachlichung der Debatte an. «Wenn es irgendwo Mängel gibt, werden wir diese beheben», sagt er. Entscheidend sei, welche Anordnung am Ende von der Politik getroffen werde. Zugleich äußerte sich Zimmermann zuversichtlich, dass die Argumente des Instituts berücksichtigt würden.

Laut Zeitung kritisiert der Rechnungshof, dass das Forschungsinstitut Dienstleistungen von dem rechtlich selbstständigen Washingtoner Unternehmen DIW DC eingekauft habe, das 2007 nach Beratungen im Kuratorium – dem Aufsichtsgremium des DIW – gegründet worden war. [ddp.djn/jwu/mwo]

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