Neuer Trouble für Intel: Jetzt klagt die FTC gegen den Chip-Riesen

17. Dezember 2009 | by TechFieber.de

Intel CEO Paul Otellini keynote

Im Intel-Headquarter in Santa Clara wollte man dieses verkorkste Jahr 2009, in dem man von der EU zum Rekord-Bußgeld von über einer Milliarde Euro verdonnert wurde, eigentlich schnellstmöglich abhaken. Dieser Tage sollte sich der Blick in Santa Clara in die Zukunft richten – so sind etwa die ersten Einladungen für Pre-Briefings für die im Januar in Las Vegas stattfindende CES verschickt, bei der Intel wieder mal mit neuesten Innovationen punkten will.

Doch nun droht noch im alten Jahr massives Ungemach: Die amerikanische Wettbewerbsbehörde, die Federal Trade Commission (FTC), erhebt sehr zum Unmut von Intel-Chef Paul Otellini (Bild oben) schwere Vorwürfe gegen den Prozessor-Weltmarktführer aus dem Silicon Valley. Die Vorwürfe sind nicht neu: Der Chip-Gigant habe ein ganzes Jahrzehnt lang seine marktbeherrschende Stellung missbraucht. Entsprechend hat die FTC am Mittwoch Klage eingereicht.

Intel habe «Wettbewerb erstickt und sein Monopol gestärkt», so die Argumentation der FTC. Der Chip-Riese habe Computerhersteller mit Drohungen und Anreizen dazu bringen wollen, keine Konkurrenzprodukte zu kaufen. Überdies habe das Unternehmen Software konzipiert, durch die die Leistung der Chips anderer Anbieter beeinträchtigt werde. Mitte Mai hatte die EU-Kommission gegen Intel wegen illegaler Zahlungen in der Computerbranche ein Rekord-Bußgeld von 1,06 Milliarden Euro verhängt. Der Konzern bestritt die Vorwürfe und wehrt sich rechtlich dagegen.

Intels Vorgehen sei Teil einer systematischen Kampagne, «überlegene Produkte von Wettbewerbern auszubremsen», die eine Bedrohung für den Marktanteil des Unternehmens darstellten, teilte die FTC mit. Der Chip-Pionier «tritt die Prinzipien des Fair Play und die Gesetze zum Schutz des Wettbewerbs mit Füßen», kritisierte Richard Feinstein von der Wettbewerbsbehörde.

Erst vor wenigen Tagen hatten die größten Computerchiphersteller Intel und AMD nach jahrelangem erbitterten Konflikt Frieden geschlossen. Nach Angaben beider Seiten einigten sie sich, alle Streitigkeiten beizulegen, darunter Wettbewerbsklagen und einen Patent-Streit. Intel zahle dem viel kleineren Konkurrenten im Rahmen der Einigung 1,25 Milliarden Dollar.

Advanced Micro Devices (AMD) warf Intel unter anderem vor, Computerhersteller und Händler auf unfaire Weise an sich gebunden zu haben. Die Vorwürfe hatten zu internationalen Untersuchungen geführt. Intel hatte AMD im Zusammenhang mit der Auslagerung der Chip-Produktion Verstöße gegen Patentlizenzen vorgeworfen.

Intel war zuletzt in dem Wettbewerbsstreit immer stärker unter Druck geraten. Anfang November erhob die New Yorker Staatsanwaltschaft eine Klage gegen den weltgrößten Chiphersteller mit dem Vorwurf milliardenschwerer illegaler Rabatte und Bestechungszahlungen.

Die FTC hatte im Juni vergangenen Jahres mit der Untersuchung der Geschäftspraktiken von Intel begonnen. Das Unternehmen kontrolliert 80 Prozent des Weltmarkts für Computerchips. Die Behörde beraumte für den 15. September 2010 eine Anhörung in der Angelegenheit an.

[Photo: Intel CEO Paul Otellini]

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- Via TechFever Network http://www.techfever.net / PressRoom 2.0 [Press Release 02/11/2008 ] Weiterlesen

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