Massensport Online-Gambling: Zwei Mio Deutsche zocken im Internet

16. Dezember 2009 | by Alex Reiger

Online-Glücksspiele werden immer populärer – was die Gambling-Branchet lässt nicht nur die Suchtexperten sondern auch Juristen aufhorchen. Die Industrie fordert nun staatliche Lizenzierungen der Glücksspiel-Anbieter im Netz.

Deutschland einig Internet-Zockerland. Heute veröffentlichten Studien von Forsa zufolge sollen bis zu zwei Millionen Bundesbürger regelmäßig im Internet ihr Glück  versuchen und sich bei Online-Gewinnspielen und -Wetten beteiligen.

Von den rund zwei Millionen Deutschen, die auf das schnelle große Geld bei Internet-Glücksspielen setzen sind 1,7 Millionen Männer, wie eine am Mittwoch veröffentlichte Forsa-Umfrage im Auftrag des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) ergab.

Mit Abstand am beliebtesten ist mit 59 Prozent Lotto, obwohl Online-Lotto nach Inkrafttreten des Glücksspielstaatsvertrages im Januar 2008 offiziell in Deutschland nicht mehr angeboten werden darf. Auf den Plätzen 2 und 3 stehen laut der Befragung von 1000 Menschen ab 18 Jahren Poker (22 Prozent) und Sportwetten (18 Prozent).

«Online-Glücksspiele gewinnen an Beliebtheit», sagte Bitkom-Vizepräsident Achim Berg. Zwei Drittel der Online-Glücksspieler setzen der Umfrage zufolge pro Monat maximal 20 Euro ein. Jeder vierte investiere mehr.

Vor dem Hintergrund steigender Nutzerzahlen plädiert Bitkom erneut für eine Modernisierung des Glücksspielrechts. «Die aktuellen Wettskandale im Fußball haben klar gezeigt: Das deutsche Verbot ebnet nur den Weg für einen florierenden Schwarzmarkt», sagte Berg.

Der IT-Branchenverband forderte die Länderchefs auf, sich spätestens bei Ihrer nächsten Tagung im März 2010 für eine staatliche Lizenzierung aller Glücksspiel-Anbieter im Internet zu entscheiden. Berg sagte: «Wir müssen dafür sorgen, dass für staatliche und private Anbieter gleich hohe Anforderungen gelten.» tf/mast/ddp

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