Medienpreis «Goldener Günter» für ZDF-Verwaltungsrat wegen Brender-Demontage

15. Dezember 2009 | by TechFieber.de

Zum zweiten Mal hat das Medienmagazin «DWDL.de» den Fernsehpreis «Der Goldene Günter» vergeben. In der Kategorie «Polittheater des Jahres» wurde der ZDF-Verwaltungsrat «für die Demontage von ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender durch Unions-Vertreter und den fehlenden Willen der SPD-Seite, an dem medienpolitischen Dilemma des ZDF etwas zu ändern», ausgezeichnet, wie der Branchendienst am Dienstag mitteilte.

Die Kategorie «Zuschauerbeleidigung des Jahres» konnte ProSieben mit den Sendungen «Das Sommermädchen» und «Giulia in Love» ebenso für sich entscheiden wie die «Fragwürdigste Programmwerbung» mit einer gefakten «Breaking News»-Werbesendung zur US-Serie «Fringe», die kurze Zeit nach dem Amoklauf von Winnenden mit ihrer vermeintlich echten Aufmachung viele Zuschauer schockiert hatte.

Auch die Wirtschaftkrise zählt zu den Preisträgern – in der Kategorie «Willkommenster Vorwand für Entlassungen». Sie habe als Argument für Sparkurse und Entlassungen hergehalten, «obwohl oftmals eigene Verfehlungen und unterlassene Anpassungen an veränderte Marktumfelder der eigentliche Grund für die Krise in manchem Medienhaus waren».

Den «Fernsehkrimi des Jahres» lieferte der Jury zufolge «die Ex-NDR-Spielfilmchefin Doris Heinze alias Niklas Becker, die hinter den Kulissen für den TV-Skandal des Jahres sorgte und damit eine neue Debatte über das öffentlich-rechtliche System auslöste».

Den «Frivolsten TV-Moment des Jahres» bescherten Günther Jauch und Oliver Pocher für ihren Auftritt bei «Stern TV» vom 23. April. Bei einer Studio-Aktion ließ sich Gastgeber Jauch kurz vor Ende der Sendung mehrfach schlüpfrig über den nur in Badehose bekleideten Pocher aus.

Unter den insgesamt elf Preisträgern kann am kommenden Wochenende der «Super-Günter» gewählt werden. Im vergangenen Jahr wurde die ProSieben-Show «Uri Geller live – UFOs & Aliens» mit dem Preis aller Preise geehrt.

Mit dem «Goldenen Günter» werden fragwürdige Leistungen von Personen oder Unternehmen im zurückliegenden Jahr ausgezeichnet. Der Name des Preises beruht nach «DWDL»-Angaben auf einer Aussage des früheren ARD-Programmdirektors Günter Struve, der einen Auftritt von Lady Bitch Ray in der Sendung «Schmidt & Pocher» im Jahr 2008 als «ziemlich ui-jui-jui» bezeichnet hatte. tf/mast/ddp/

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