Winnenden: Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen Vater von Amokläufer Tim K.

27. November 2009 | by TechFieber.de

Die Staatsanwaltschaft in Stuttgart hat Anklage gegen den Vater des Amokläufers von Winnenden und Wendlingen erhoben. Von einem Strafbefehl wurde abgesehen, «um eine vollständige und transparente Aufklärung» zu erreichen, wie die Generalstaatsanwaltschaft und die Staatsanwaltschaft Stuttgart am Freitag gemeinsam mitteilten. Die Staatsanwaltschaft führte außerdem Präventionsgründe an.

Dem Vater des Amokläufers Tim K. werden fahrlässige Tötung in 15 Fällen, fahrlässige Körperverletzung in 13 Fällen und ein Verstoß gegen das Waffengesetz zur Last gelegt. Ihm wird vorgeworfen, die Taten seines Sohnes fahrlässig ermöglicht zu haben, indem er die Tatwaffe und die dazu gehörende Munition gegen die Vorschriften des Waffengesetzes für Tim K. offen zugänglich aufbewahrte. «Wegen der besonderen Bedeutung des Falles, insbesondere der erheblichen Folgen der Tat», sei die Anklage nicht beim Amtsgericht, sondern beim Landgericht Stuttgart erhoben» worden, hieß es weiter.

Laut Waffengesetz müssen Inhaber von Waffen und Munition diese sicher und für andere unzugänglich aufbewahren. Verwahrt jemand eine Waffe sorgfaltswidrig, muss er «grundsätzlich mit einer Bestrafung wegen fahrlässiger Tötung rechnen, wenn mit der Waffe ein Mensch getötet wird». In der Verhandlung wird laut Staatsanwaltschaft auch zu klären sein, ob darüber hinaus Umstände vorliegen, die die Schuld erhöhen. Dies gilt etwa für die Frage, ob der Vater «aufgrund konkreter Anhaltspunkte» die Gefahr hätte erkennen müssen, dass sein Sohn die Waffe missbraucht.

Der 17-jährige Tim K. hatte am 11. März mit der Waffe seines Vaters bei einem Amoklauf 15 Menschen und schließlich sich selbst erschossen. Die Tatwaffe hatte er aus dem Schlafzimmer der Eltern entwendet.

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