[Studie] Cyber-Mobbing: Jeder 4. Jugendliche wird im Netz gemobbt

27. November 2009 | by TechFieber.de

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Erschreckende Zahlen belegen: Das Cyber-Mobbing ist in Deutschland auf dem Vormarsch. Heute präsentierten Studien zufolge wird inzwischen jeder vierte deutsche Jugendliche im Internet gemobbt – sogar fast jeder zweite der befragten Jugendlichen klagte, dass Videos oder Fotos von ihm bzw. ihr ohne Zustimmung im Netz gelandet seien.

Besonders gefährdet sind Mädchen, sagt die repräsentative JIM-Studie 2009 («Jugend, Informationen, (Multi-) Media») des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest.

Die Palette des Web-Mobbing (auch „Cyber-Bullying“ genannt) reicht von Fotos im Netz bis hin zum „Fertigmachen“. 14 Prozent der befragten Jugendlichen haben erlebt, dass etwas Falsches über sie im Internet verbreitet wurde oder sie beleidigt worden sind. Fast die Hälfte der Jugendlichen (42 Prozent) berichtete, von ihnen seien Videos oder Fotos ohne ihre Zustimmung im Netz gelandet.

Besonders populär: SchülerVZ

Gleichwohl wächst die Bedeutung der Online-Communities ständig. Drei Viertel aller Internetnutzer besuchen Plattformen wie SchülerVZ mindestens mehrmals pro Woche. Dabei achtet nicht einmal die Hälfte darauf, die Daten nur einem speziellen Nutzerkreis zugänglich zu machen. Immerhin: Fragen Fremde nach Telefonnummer, Adresse oder Namen, antwortet ein Großteil nicht.

Andererseits hat aber ein Viertel der Jugendlichen bereits mit Internet-Bekanntschaften telefoniert oder sich sogar mit ihnen getroffen. Was sich bei jedem Zehnten als eher unangenehme Geschichte entpuppte.

Web hat „stark kommunikative Bedeutung“

Auch wenn Computer, Internet, Handy und Fernseher aus dem Leben Jugendlicher nicht mehr wegzudenken sind – sie nutzen die Medien gezielter als es oft scheint. «Wir haben erstmals differenziert die Nutzung abgefragt», berichtete ein Sprecher der Studie. Dem Internet kommt demnach eine stark kommunikative Bedeutung zu. Außerdem punktet es als Informationsquelle, wenn es um eigene Probleme, Ausbildung und Beruf oder um Themen wie Musik und Spiele geht.

Geht es aber um Informationen zu Politik, Zeitgeschehen, Sport und Stars, dann setzen die Jugendlichen auf das Fernsehen. Auch die Tageszeitung hat ihren festen Platz: bei politischen Berichten und lokalem Geschehen. Über die Mode informiert man sich am liebsten in Zeitschriften.

JIM-Studie seit 1998

Die Studienreihe JIM des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest ermittelt seit 1998 das Medien- und Freizeitverhalten der Jugendlichen zwischen 12 und 19 Jahren in Deutschland. Es handelt sich um ein Projekt der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg und der Landeszentrale für Medien und Kommunikation Rheinland-Pfalz.

18-jährige wegen Web-Mobbing verurteilt

In Großbritannien ist im August ein 18-jähriges Mädchen wegen Mobbing beim Social Network Facebook verurteilt worden, da sie eine ehemalige Schulkameradin mit dem Tod bedroht hatte. Jetzt darf die Britin fünf Jahre nicht mit der Bekannten Kontakt aufnehmen, geschweige denn Kommentare über sie im Netz verbreiten.

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[tf/mast/dpa]

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