Cloud Computing: Microsoft startet Internet-Entwickler-Plattform Azure

18. November 2009 | by TechFieber.de

Microsoft PDC Conference 2009 Ray Ozzie von techfever.

Microsoft auf (Computer-)Wolke sieben: Der Redmonder Software-Riese zögerte lange, steigt nun aber doch in großem Umfang ins internetbasierte „Cloud Computing“ ein. Schon zum Jahreswechsel soll die „Windows Azure Platform“ für Entwickler verfügbar sein.

Die Microsofties machen also Ernst mit ihrer neuen Internet-Strategie. Die neue Entwicklerplattform Windows Azure ist ab 1. Januar 2010 für die breite Öffentlichkeit verfügbar, wie der Microsoft-Chefentwickler Ray Ozzi am Dienstag in Los Angeles ankündigte.

Azure ist Microsofts Plattform für das sogenannte Cloud-Computing, bei dem Rechenleistung und Speicherplatz statt auf PCs und Server in die „Wolke“ Internet (Cloud) ausgelagert werden. Dadurch müssen die Kunden die nötigen Server nicht selbst unterhalten.

So haben Betreiber von populären Websites etwa nur an bestimmten Tagen einen Ansturm von Besuchern und müssen die Rechenleistung sehr schnell entsprechend anpassen. Mit Windows Azure stelle Microsoft nun einen flexiblenInternet-Datenspeicher zur Verfügung, der auch für sprunghaft steigende Zugriffe die nötige Kapazität bietet, sagte Ozzi, der als neuer Chief Software Architect einer der Nachfolger von Bill Gates ist.

Gratis bis zum 1. Februar

Mit der Azure-Plattform will Microsoft eine große Auswahl von Werkzeugen anbieten, um weitere Anwendungen für die verschiedensten Geräte und für eine große Nutzerschaft zu entwickeln, sagte Ozzi. „Es ist sehr wichtig für uns, wirklich alle Entwickler dafür zu gewinnen.“ Bis zum 1. Februar sollen Kunden die Plattform kostenlos testen können.

Noch vor wenigen Jahren sei es kaum absehbar gewesen, mit welcher Vielzahl von Geräten, vom PC über den Laptop bis zum Handy, heute das Internet täglich intensiv genutzt werde. Microsoft will eine Plattform für Anwendungen in der Cloud anbieten, die nahtlos von allen Geräten aus genutzt werden können.

Auf den Spuren von IBM, HP, Google & Co.

Beim noch relativ jungen Cloud Computing hatte sich Microsoft lange schwergetan, da das wichtigste Geschäftsmodell für den Softwarekonzern im Verkauf von PC-Software wie dem Betriebssystem Windows besteht. Andere Unternehmen wie etwa SalesForce oder auch der Rivale Google waren zwischenzeitlich mit Anwendungen aus dem Web an Microsoft vorbeigezogen.

Microsofts Internet-Plattform Azure ist eine relativ späte Antwort auf Angebote von Konkurrenz-Unternehmen und „Cloud Computing“-Pionieren wie IBM, HP, Google, Amazon oder Salesforce.com. [tf/jas/dpa]

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