Downloads: Raubkopien bedrohen Musiker-Nachwuchs

14. November 2009 | by TechFieber.de

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Experten sehen Kunst und Musik-Nachwuchs-Entwicklung durch illegale Internet-Downloads in Gefahr.

Durch illegale Downloads wird der Musiknachwuchs nach Ansicht von Pop-Experte Hubert Wandjo benachteiligt. «Die Tonträgerfirmen fördern heute in deutlich geringerem Umfang junge Künstler als das vor fünf bis zehn Jahren der Fall war.»

Das sagte der Geschäftsführer der Popakademie Baden-Württemberg in Mannheim im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. Dadurch müssten zunehmend junge Musiker ihren Lebensunterhalt auf berufsfremden Wegen verdienen. «Können sie sich nicht auf ihre Kunst konzentrieren, führt dies in der Regel zum Qualitätsverlust.» Sinken die Produktionsbudgets, müssten sie sich mit synthetischen Klängen begnügen anstatt beispielsweise mit einem Orchester aufzunehmen.

Die Tonträgerbranche investiert nach wie vor am stärksten in neue Künstler. «Sie darbt aber inzwischen seit fast 10 Jahren und hat durch die Piraterie Umsatzrückgänge von über 40 Prozent», sagte Wandjo. «Das führt dazu, dass man sich sehr stark bei der Investition in Newcomer zurückhält», sagte der Leiter des Studiengangs Musikbusiness an Deutschlands einziger Popakademie.

«Wir beobachten einen starken Trend zur Reamateurisierung», sagte Wandjo. Jungkünstlern, die ins Profi-Lager wechselten und von ihrer Musik leben wollten, sei ein wichtiger Teil des Einkommens und der Förderung nahezu weggebrochen. Dies mindere auch ihre Chance, im Live-Bereich Fuß zu fassen. «In der Regel machen Agenturen oder Veranstalter ihr Engagement für Nachwuchskünstler auch vom Vorhandensein eines Tonträgers und den damit in der Regel verbundenen Marketingaktivitäten abhängig», erklärte der 57-Jährige.

Musikern selbst rät der Pop-Professor, ihr «Einkommensportfolio» vielfältiger zusammenzusetzen und «Multitasker» zu sein. [tf/mati/ddp]

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Comment (1)

  1. Hahaha. Das Gegenteil ist der Fall: Mit freien und kostenlosen Downloads können junge Musiker und Bands Publicity erreichen, ohne ihre Vertriebsrechte an Musikkonzerne verpfänden zu müssen. Das wird natürlich so ein „Pop-Professor“ nicht mehr einsehen. Muss er ja auch nicht. Er geht ja sowieso bald in Rente.

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