Siemens-Skandal: Ex-Chef Kleinfeld will Millionen-Schadenersatz zahlen

13. November 2009 | by TechFieber.de

Klaus

Späte Reue ehemaliger Top-Manager beim Münchner IT-Riesen Siemens: Laut der „Süddeutschen Zeitung“ wollen führende Siemens-Ex-Top-Lenker mehrere Millionen Euro Schadenersatz wegen des Korruptionsskandals bei Siemens zahlen. Darunter auch der frühere Siemens-Vorstandschef Klaus Kleinfeld – aber nicht Heinrich von Pierer.

Laut der heutigen Ausgabe der «Süddeutschen Zeitung» soll der frühere Siemens-CEO Kleinfeld dazu bereit sein, zwei Millionen Euro Schadenersatz zu zahlen. Andere Ex-Manager wollen offenbar ebenfalls einlenken. Das gelte allerdings nicht für den langjährigen Konzernchef Heinrich von Pierer, schreibt das Blatt.

Kleinfeld hatte Siemens Mitte 2007 vorzeitig verlassen und leitet heute von New York aus den US-Aluminiumkonzern Alcoa. Er ist der erste ehemalige Top-Manager von Siemens, der mit einem Millionenbetrag seinen Teil zur Bewältigung des bislang größten Korruptionsfalles in der bundesdeutschen Wirtschaft beitragen will. Von den zehn einstigen Vorstandsmitgliedern, von denen Siemens knapp 30 Millionen Euro Schadenersatz verlangt, haben zuvor erst drei nachgegeben. Sie zahlen jeweils 500 000 Euro. Von Kleinfeld und den anderen betroffenen Ex-Managern verlangt das Unternehmen zwischen zwei und sechs Millionen Euro.

Siemens wirft ihnen vor, nicht genau genug hingeschaut zu haben, was im Konzern vor sich ging. Das habe die weltweiten Schmiergeldzahlungen begünstigt. Den höchsten Betrag soll mit sechs Millionen Euro der langjährige Konzernchef Pierer aufbringen. Mit ihm ist keine Einigung absehbar.

Der Schaden des Korruptionsskandals beläuft sich nach Angaben von Siemens auf mehr als zwei Milliarden Euro. Davon entfallen allein 1,2 Milliarden Euro auf Bußgeldzahlungen in Deutschland und den USA. [tf/ar/dpa/ddp]

[Photo via FlickR worldeconomicforum / CC BY-SA 2.0]

Mehr bei TechFieber zum Thema: , , , , ,

Antwort schreiben