Datenklau-Affäre bei SchülerVZ: Strafanzeige gegen Social Network gestellt

13. November 2009 | by Reah

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Juristisches Ungemach für die SchülerVZ-Betreiber bzw. eine Gruppe von Mitarbeiter beim Teenager-Web-Netzwerk.

Die StudiVZ-Erpressung und das Verhalten von Angestellten des SchülerVZ-Betreibers VZ-Netzwerke hat ein juristisches Nachspiel: Denn heute hat Ulrich Dost, der Anwalt des verstorbenen mutmaßlichen SchülerVZ-Erpressers Matthias L., Strafanzeige gegen vier Mitarbeiter des Online-Netzwerks gestellt.

Gegen diese Mitarbeiter bestehe der Verdacht der falschen Verdächtigung, gegen einen von ihnen zudem der Verdacht einer falschen uneidlichen Aussage, so Anwalt Dost.

Dieser Mitarbeiter habe in einer Zeugenvernehmung ausgesagt, dem 20-jährigen L. keine Angebote finanzieller Art gemacht zu haben, um an die von ihm ausgespähten Daten zu gelangen. Dost zufolge belegt ein Chat-Protokoll des Mitarbeiters mit seinem Mandanten jedoch, dass ein unbeziffertes Angebot gemacht worden ist.

Der Verdacht der falschen Verdächtigung ergebe sich daraus, dass L. eine rechtswidrige Tat unterstellt worden sei, obwohl das Unternehmen später davon gesprochen habe, dass lediglich öffentliche Daten gesammelt worden seien, was keine Straftat sei.

Zum Motiv seiner Anzeigen sagte Dost, er wolle den Fall damit für sich abschließen. Er hatte den 20-Jährigen aus Erlangen nach dessen Festnahme vertreten, ehe sich dieser in seiner Gefängniszelle vor zwei Wochen das Leben nahm. L. hatte mit einem Sammelprogramm, einem sogenannten Crawler, Daten aus dem Online-Netzwerk SchülerVZ erfasst und gespeichert.

Nach Angaben des SchülerVZ-Betreibers, der zum Holtzbrinck-Verlag gehört, hatte er 80 000 Euro gefordert und andernfalls den Verkauf der Daten angedroht. Er war wegen des Verdachts auf Erpressung festgenommen worden.

Das Hamburger Magazin “Stern” hatte in seiner am Donnerstag erschienen Ausgabe berichtet, dass der SchülerVZ-Erpresser vor seiner Festnahme mit den Betreibern des Online-Netzwerkes eigenen Angaben zufolge nahezu handelseinig gewesen sei – der Daten-Dieb sollte 80.000 Euro von der Sozial-Netzwerk-Firma bekommen. [tf/mast/ddp/dpa]

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