Brüssel lehnt Oracle-Kauf von Sun Microsystems ab

10. November 2009 | by TechFieber.de

 Oracle CEO Larry Ellison

Erst mal tief Luft holen nach den schlechten Nachrichten aus Brüssel muss der Silicon-Valley-Impressario Larry Ellison (Bild oben). Denn Ellisons schlimmsten Befürchtungen sind wahr geworden, die Eurokraten blockieren die von ihm so minutiös eingefädelte Übernahme des Server- und Software-Spezialisten und Valley-Nachbarn Sun Microsystems.

Die EU-Kommission hat tatsächlich der Übernahme von Sun Microsystems durch den Software-Konzern Oracle widersprochen. Begründet wurde die Entscheidung am Montag mit einer Gefährdung des Wettbewerbs. Das Sieben-Milliarden-Dollar-Geschäft steht damit wieder auf der Kippe.

Dabei hatte die US-Kartellbehörde den Elefantenhochzeits-Deal zwischen dem SAP-Erz-Konkurrenten Oracle und Sun bereits Ende August abgenickt.

Nichtsdestotrotz erklärte die EU-Kommission, eine Kombination der Datenbankprodukte MySQL von Sun mit den Oracle-Produkten könnte Wettbewerbsverzerrungen auf dem Datenbank-Markt zur Folge haben.

Ellison, der schon Ende September angesichts des langwierigen EU-Prüfverfahrens tobte, ist jetzt entsprechend sauer – und der Übernahmenkandidat Sun steht ohne Oracle praktisch vor der Insolvenz: Im vierten Quartal 2009 hat Sun Microsystems einen Verlust von 147 Millionen Dollar hinnehmen müssen.

Zum Vergleich hatte Sun im selben Zeitraum im Vorjahr noch einen Gewinn von 88 Millionen Dollar verbuchen können.

Sun samt der IT-Ikone Ellison läuft nun die Zeit davon. Eigentlich sollte der Deal schon im August in trockenen Tüchern sein. Vor allem spielt der Zeitverlust auch den Sun-Rivalen Hewlett-Packard (HP) und IBM  in die Hände

Denn während Sun weiterhin massive Verluste einfährt, umwerben die Konkurrenten HP und IBM die Sun-Kundschaft. Laut Ellison macht Sun derzeit ein Minus von 100 Millionen Dollar pro Monat.

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