Social Network: SchülerVZ-Betreiber dementiert „Spiegel“-Artikel

9. November 2009 | by Reah

social-network-schuelervz von techfever.

Der Sozial-Netzwerk-Betreiber VZ-Netzwerke steckt nach dem Selbstmord des Datendiebs bei SchülerVZ nach wie vor in arger Erklärungsnot – und widerspricht nun einem „Spiegel“-Bericht, demnach die Webfirma aus dem Holzbrinck-Verlag dem Datendieb für sein Schweigen Geld geboten haben soll.

Die VZnet Netzwerke (SchülerVZ, StudiVZ, MeinVZ) haben Berichte über ein angebliches Zahlungsangebot an den vermeintlichen Erpresser des Unternehmens erneut zurückgewiesen. In Bezug auf einen Artikel im Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» sagte VZ-Vorstand Markus Berger-de León am Montag: «Zu keinem Zeitpunkt haben wir dem Tatverdächtigen ein Zahlungsangebot oder gar Schweigegeldangebot für die entsprechenden Daten oder den Crawler unterbreitet.»

Der 20-jährige Matthias L. aus Erlangen hatte mit einem Sammelprogramm, einem sogenannten Crawler, Daten aus dem Online-Netzwerk SchülerVZ erfasst und gespeichert. Nach Angaben des Unternehmens hatte er 80 000 Euro gefordert und andernfalls den Verkauf der Daten angedroht. Er war wegen des Verdachts auf Erpressung festgenommen worden. Vor gut einer Woche erhängte er sich in seiner Gefängniszelle.

Der «Spiegel» berichtete in seiner aktuellen Ausgabe aus einem Chatprotokoll zwischen dem 20-Jährigen und einem Mitarbeiter der VZ-Netzwerke, wonach L. indirekt ein Zahlungsabgebot gemacht worden sei: «Du – und andere können bei uns rumhacken, wie sie wollen. Ich bezahl euch sogar gerne dafür» – unter der Bedingung: «Wenn ich jemanden dafür bezahle, möchte ich, dass das nicht public wird.» Die entsprechende Passage hatte der Berliner Rechtsanwalt Ulrich Dost, Strafverteidiger von L., der Nachrichtenagentur ddp bestätigt.

VZ-Vorstand Berger-de León sprach nun von «einzelnen, aus dem Zusammenhang gerissenen Details der Ermittlungsunterlagen», die vom Unternehmen nicht kommentiert würden. Der Tatverdächtige sei nicht bereit gewesen, den Crawler oder die Daten auszuhändigen. Dass es Gespräche mit L. gab, hatte das Unternehmen in der vergangenen Woche der Nachrichtenagentur ddp bestätigt. (tf/sk/ddp)

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