Raubkopien: Software-Fälscherbande in Thüringen aufgeflogen

28. Oktober 2009 | by TechFieber.de

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Mit neuesten Versionen der populären Computer-Software von Corel, Adobe oder Microsoft zu Schnäppchenpreisen hat eine Gruppe junger Männer aus Mühlhausen in Thüringen bei den E-Commerce-Plattformen eBay und Amazon in den letzten zwei Jahren ordentlich Kasse gemacht. Der Haken daran: Es handelte sich um Softwarefälschungen. Jetzt ist die Bande aufgeflogen.

Im Fokus der Ermittler stehen zwei 33 Jahre alte Tatverdächtige aus Erfurt, die von Anfang 2007 bis Mitte 2009 über Amazon und Ebay illegale Raubkopien von Programmen der Firmen Corel, Adobe und Microsoft vertrieben haben sollen, wie die Staatsanwaltschaft Mühlhausen am Mittwoch mitteilte. Der durch Strafanzeigen und verifizierte Verkäufe berechnete Schaden liegt bei über 40 000 Euro. Den Angaben zufolge ist von einem Gesamtschaden in Höhe von 1,7 Millionen Euro auszugehen.

Laut Landeskriminalamt (LKA) wurden am Mittwoch zwölf Wohn- und Geschäftsräume in Erfurt, Nürnberg und Magdeburg durchsucht. Dabei stellten die Beamten umfangreiches Beweismaterial wie Computer, externe Festplatten sowie Geschäftsunterlagen und Bargeld sicher. Zufällig wurden auch Waffen und Drogen gefunden.

Das Amtsgericht Mühlhausen erließ am selben Tag Haftbefehl gegen die beiden Hauptverdächtigen. Das LKA war ihnen auf die Schliche gekommen, weil mehrere Käufer der Raubkopien Anzeige erstattet hatten. Den bereits Vorbestraften werden gewerbsmäßiger Betrug und Verstöße gegen das Urheberrecht vorgeworfen.

Wie Microsoft mitteilte, beläuft sich der Marktwert der gefälschten Produkte allein beim Softwarekonzern auf fast 400 000 Euro. Microsoft war nach eigenen Angaben selbst auf die Raubkopien aufmerksam geworden, stellte Strafanzeige und erwirkte eine einstweilige Verfügung.

Dem Softwarekonzern zufolge hatte die Staatsanwaltschaft Erfurt bereits im August Anklage gegen die beiden Männer erhoben. Darin werde ihnen vorgeworfen, 260 verschiedenen Abnehmern illegale Software verkauft zu haben. Die Tatverdächtigen hätten aber mittlerweile schon den Verkauf von 560 Fälschungen eingeräumt. Ihnen drohe eine Strafe von bis zu fünf Jahren Haft, hieß es. maTi/ddp

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