Siemens Schmiergeld-Skandal: Staatsanwalt will Bußgeld von Ex-Chef Pierer

23. Oktober 2009 | by TechFieber.de

Siemens by Vagabond Shutterbug.

Siemens-Schmiergeldskandal und kein Ende: Berichten der «Süddeutschen Zeitung» zufolge will die Münchner Staatsanwaltschaft von dem ehemaligen Siemens-Vorstandschef Chef Heinrich von Pierer ein deftiges Bußgeld von bis zu einer Million Euro kasssieren.

Wie die «SZ» in der heutigen Ausgabe unter Berufung auf Angaben aus dem Aufsichtsrat berichtete, wird Pierer vorgeworfen, er habe seine Amtspflichten verletzt und damit eine Ordnungswidrigkeit begangen. Die Staatsanwaltschaft habe sich am Donnerstag auf Anfrage nicht äußern wollen. Pierer selbst weise weiter alle Vorwürfe «mit Nachdruck» zurück.

Das Bußgeldverfahren gegen Pierers Nachfolger Klaus Kleinfeld solle dagegen mangels Schuld eingestellt werden, schrieb die Zeitung. Aus dem Aufsichtsrat von Siemens heiße es, die Ermittlungen hätten ergeben, Kleinfeld sei «von der alten Garde bei Siemens teilweise getäuscht worden». Er habe das Ausmaß krimineller Praktiken nicht erkennen können.

Zudem verlangt Siemens von Pierer eine symbolische Wiedergutmachung von sechs Millionen Euro. Lenkt Pierer nicht bis Mitte November ein, will Siemens ihn verklagen – nach Angaben der Zeitung auf Schadenersatz in unbegrenzter Höhe. Von Kleinfeld soll Siemens zwei Millionen Euro zahlen. Seine Anwälte sollen eine Zahlung davon abhängig gemacht haben, dass die Staatsanwaltschaft nicht gegen ihn vorgeht.

In der Affäre geht es um Schmiergeldzahlungen in Milliardenhöhe. Der Gesamtschaden soll laut Siemens bei 2,5 Milliarden Euro liegen.

jas/ddp

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