Tweet-Dilemma: Dax-Unternehmen haben nur Alibi-Auftritte bei Twitter

1. Oktober 2009 | by Reah

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Corporate Twitter: „Sollen wir, oder sollen wir nicht?“, stellt sich dieser Tage mehr und mehr die Frage für Unternehmenslenker, wenn es um das Thema „Twittern im Unternehmen“ geht.

Das Ergebnis dieser Strategielosigkeit in der boomenden 140-Zeichen-Kommunikation sind bislang mehr als halbherzige Twitter-Aktivitäten deutscher Großkonzerne. Genauer gesagt von Dax-Unternehmen. Denn wie eine neue Studie der Münchner Agentur PR-COM über eben diese führenden börsennotierten Firmen entlarvt, ist das Gros der Twitter-Engagements deutscher Dax-Unternehmen bislang ein reiner Alibi-Auftritt.

Die Bilanz ist rundum ernüchternd: Die dürftigen MikroNews-Accounts taugen laut den Autoren der Studie keinesfalls für die Kommunikation mit der Öffentlichkeit.

Gerade mal drei deutsche Großkonzerne hätten einen aktiven, regelmäßig gepflegten Corporate-Auftritt bei Twitter, so die Studie: Telekom, Lufthansa und Henkel, wobei sich die Lufthansa meist auf den Ticketverkauf beschränkt.

Mehr Info und offizielle Pressemitteilung nach dem Seitenwechsel.

München, 1. Oktober 2009 – Dax-Unternehmen zeigen weiterhin kein großes Interesse an Twitter. Die Mehrzahl hat nur dürftige Alibi-Accounts, die nicht für die Kommunikation mit der Öffentlichkeit taugen. Lediglich drei Konzerne verfügen über einen aktiven, regelmäßig gepflegten Corporate-Auftritt bei Twitter.

(firmenpresse) – Der Münchner Kommunikationsspezialist PR-COM hat die Auftritte der Dax-Konzerne bei Twitter erneut unter die Lupe genommen. Standen zuletzt die Follower-Zahlen im Vordergrund, so wurden nun die Aktivitäten näher betrachtet. Das Ergebnis per 30. September 2009: Von den 30 Dax-Unternehmen verfügen derzeit lediglich 16 über deutschsprachige Twitter-Accounts. Beiersdorf, Bayer, Commerzbank, Deutsche Börse, Deutsche Post, K+S und Münchner Rück sind bei Twitter nicht mit offiziellen Corporate-Accounts vertreten, so die eigenen Angaben der Unternehmen. Adidas, BASF, BMW, EON, ThyssenKrupp und VW twittern auch für das deutsche Publikum nur auf Englisch.

Über einen Twitter-Account zu verfügen, bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, bei Twitter aktiv zu sein. Von den Konzernen, die über deutsche Accounts verfügen, haben vier weniger als 50 Tweets verfasst, obwohl ihre Twitter-Accounts schon seit mehr als sechs Monaten bestehen. Nur fünf Unternehmen kommen auf mehr als 200 Tweets: Allianz, Daimler, Deutsche Lufthansa, Deutsche Telekom und Henkel. Einige Unternehmen, so Infineon, Merck und Fresenius, verfügen über Accounts, sind aber nicht aktiv; sie haben sich ihre Accounts offenbar nur vorsorglich gesichert.

Obwohl Twitter das Medium für die schnellen Informationen ist, ist es mit der Aktualität der Beiträge der Dax-Konzerne meist nicht weit her: Nur neun Dax-Unternehmen mit deutschem Account haben innerhalb der letzten fünf Tage bei Twitter gepostet.

Einen aktiven, regelmäßig gepflegten Corporate-Auftritt bei Twitter können lediglich drei Konzerne vorweisen: Telekom, Lufthansa und Henkel, wobei sich die Lufthansa meist auf den Ticketverkauf beschränkt.

Einige Konzerne führen Twitter-Accounts für Unternehmensbereiche oder spezielle Aufgaben wie das Recruiting oder den Vertrieb. Eine transparente Strukturierung mit gut sichtbarer Verlinkung über die Websites fehlt allerdings; es ist daher meist nicht möglich, zu unterscheiden, welche Accounts tatsächlich offiziell sind, nur von engagierten Mitarbeitern gepflegt werden oder eventuell sogar Fakes sind. Auf dieser Basis ist es für Außenstehende fast unmöglich, Twitter als Kommunikationsangebot der Unternehmen wirklich zu nutzen.

„Die Aktivitäten der deutschen Top-Unternehmen bei Twitter sind mehr als dürftig – die meisten sind reine Alibi-Auftritte“, erläutert PR-COM-Geschäftsführer Alain Blaes die Ergebnisse der Erhebung. „Zum einen ist es überhaupt nicht verständlich, warum Konzerne wie BMW oder Adidas, die im Dax gelistet sind, nicht auch in deutscher Sprache twittern; das hat nichts mit internationaler Ausrichtung zu tun, sondern mutet eher wie eine Geringschätzung der deutschen Web-2.0-Szene an. Zum anderen ist es auch eine überaus schwache Leistung, wenn Großunternehmen mit Milliarden-Umsätzen und großen Kommunikationsabteilungen weniger als 50 Tweets zustande bringen.“

Obwohl Web 2.0 und insbesondere Twitter ein verhältnismäßig neues Phänomen ist, sind unzählige Benutzer auf dieser Plattform aktiv. Die Mehrheit der betrachteten Dax-Unternehmen sieht offenbar noch keinen Nutzen darin, diese Zielgruppen zu adressieren. Eine Einbindung dieser neuen Kommunikationsplattformen in ihre klassische Kommunikationsarbeit ist erst recht nicht sichtbar. „US-Unternehmen machen wieder einmal vor, wie es gehen kann, und adressieren Social-Media-Nutzer ungleich professioneller“, bemerkt Blaes. „Man kann gespannt sein, wann sich unsere Dax-Konzerne wieder mal über den Vorsprung amerikanischer Unternehmen im Web beklagen.“
Unternehmensinformation / Kurzprofil:

PR-COM in München ist eine der führenden deutschen Agenturen für strategische Unternehmenskommunikation und PR in der IT- und Telekommunikationsbranche. Die 26 festen Mitarbeiter betreuen ihre Kunden in spezialisierten Teams: Die eigene Redaktion bringt profunde Fachexpertise ein, die Account Manager konzentrieren sich auf die strategische und operative PR. In allen Aspekten der Kommunikation agiert PR-COM kompromisslos qualitäts- und erfolgsorientiert. Zu den über 20 Beratungskunden der Agentur gehören unter anderem Dell, NVIDIA, Red Hat, Toshiba und Cisco WebEx.

Weitere Infos zur Pressemeldung:
http://www.pr-com.de

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Comment (1)

  1. […] wie sie diesen Dienst zur Kommunikation nutzen können. Laut einem sehr interessanten Artikel auf techfieber.de haben besonders börsennotierte Unternehmen nur Alibi-Auftritte bei Twitter. In dem Artikel wird […]

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