Medienkrise: Bertelsmann streicht 130 von 700 Stellen in Konzernzentrale

1. Oktober 2009 | by Alex Reiger

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Drastische Einschnitte beim Mediengiganten Bertelsmann: Wie heute bekannt wurde, müssen in der Konzernzentrale der Gütersloher Bertelsmann AG in den nächsten Monaten 130 der knapp 700 Mitarbeiter gehen – damit ist fast jeder fünfte Arbeitsplatz im „Corporate Center“, sprich in der Hauptverwaltung, betroffen.

Als Begründung für den Stellenabbau führte Finanzvorstand Thomas Rabe die anhaltende Wirtschaftskrise und Umstrukturierungen im Konzern an.

Bertelsmann hat im ersten Halbjahr 2009 333 Millionen Euro Verlust eingefahren. Allerdings: Operativ erwirtschaftete der Medien-Multi einen Gewinn von 475 Millionen Euro, was ein Minus von 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr markiert. Der Umsatz ging um sieben Prozent auf 7,2 Milliarden Euro zurück.

Entsprechend hat sich das Unternehmen einen rigiden Sparkurs verordnet und will laut dem Nachrichtenmagazin “Der Spiegel” bis Ende des Jahres seine Kosten um annähernd eine Milliarde Euro senken.

Die Service-Tochter Arvato etwa soll 250 Millionen Euro Einsparungen schultern, der Hamburger Zeitschriftenverlag Gruner+Jahr soll bis Ende des Jahres 200 Millionen Euro einsparen können, im traditionellen Buchclub-Geschäft sollen die Kosten um 50 Millionen Euro gedrückt werden können.

Zudem: Der Buchriese Random House soll bei seinen Autoren-Vorschüssen kürzer treten, und bei der TV-Tochter RTL wird im Programm gestrichen – Europas größte Fernsehsenderkette hat im ersten Halbjahr 2009 einen bitteren Verlust eingefahren und ein Minus von 62 Millionen Euro erwirtschaftet. Zum Vergleich: Im Vorjahr hatte RTL noch einem Gewinn von 391 Millionen Euro einfahren können.

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