Nicht nur fragwürdig, sondern peinlich: Joschka Fischer wird Berater bei BMW

20. September 2009 | by TechFieber.de

Joschka Fischer - World Economic Forum Annual Meeting Davos 2001 by World Economic Forum.

„Grüne Freude am Fahren“: Laut dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ (Ausgabe von morgen) wird der ehemalige Grünen-Spitzenpolitiker und Ex-Außenminister Joschka Fischer offenbar Berater der Automobil-Branche und soll den Münchner Autobauer BMW („Freude am Fahren“, „The ultimate driving machine“ ) bei der Entwicklung einer Nachhaltigkeits-Strategie unterstützen.

Damit lässt sich Fischer wohl (gegen viel Geld) als PR-Männchen für den Münchner PKW-Riesen vorführen, der am liebsten zwei Tonnen schwere bullige Luxus-Limousinen und Rennstrecken-taugliche „SUV“-Geländewagen für Pseudo-Großstadt-Cowboys und betuchte Soccer-Mums verkauft, da diese ja ganz besonders „margenstark“, sprich profitabel sind.

Der Obergrüne Joschka Fischer sorgte schon im Frühsommer für Negativ-Schlagzeilen mit seiner Rolle als Energie-Lobbyist der Nabucco-Pipeline, mit der Erdgas von Zentralasien nach Europa transportiert werden soll.

Nun wird „uns Joschka“ also auch noch Luxus-Auto-Lobbyist, und reiht sich damit in den Rang eines anderen Ex-Spitzenpolitikers, den, sagen wir mal vorsichtig ausgedrückt, unsympathisch-klitschigen Matthias Wissmann, ein.

Hat sich Joschka wohl ernsthaft gefragt, was BMW bis heute für den Umweltschutz getan hat? Was will er uns künftig erzählen? Dass BMW eine „grüne“ Automarke ist? I wonder …

Zur Erinnerung, wie sich die Kraftmeier-Automarke BMW gerne selbst präsentiert, eine kleine TV-Werbe-Auswahl unten zum BMW X5 und dem M5.

Summa summarum: Fischers Berater-Job ist nicht nur fragwürdig, sondern nur peinlich. Für Joschka.

[Photo World Economic Forum /swiss-image.ch/Remy Steinegger]

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Kommentare (4)

  1. Oma Hans says:

    Ich empfehle eine bessere Recherche zum Thema: BMW beabsichtigt einen Strategiewechsel hin zu ökologischen Fahrzeugen. Stichwort Elektromobilität, Wasserstoffantrieb, intelligente Netze und effizientere Verbrennungsmotoren. Zu der neuen Strategie gehört ebenfalls die Einstellung des BMW-Engagements in der Formel 1, um dem Öko-Gedanken Nachdruck zu verleihen. Die Einsicht mag bei BMW vielleicht spät kommen, aber lieber spät als gar nicht. In diesem Zusammenhang ist es eine gute Lösung, sich eines Ex-Politikers zu bedienen, der über weltweit weitreichende Kontakte verfügt und als Aushängeschild für den Ausgleich zwischen Ökonomie und Ökologie eintritt.

    Es ist auch für einen Ex-Politiker legitim, Geld verdienen zu wollen. Die Sperrfrist für derartige Beschäftigungsverhältnisse wurde bei Fischer eingehalten. Was deshalb daran „fragwürdig“ sein soll, ist mir unklar. Sollen Ex-Politiker nach ihrer Karriere etwa Putzen gehen oder welches Beschäftigungsverhältnis wäre weniger „fragwürdig“? Wenn hier etwas „fragwürdig“ ist, dann dieser schlecht recherchierte und äußerst einseitige Artikel.

    Vielleicht hat ja der Autor etwas daraus gelernt und informiert sich auch mal genauer über die Nabucco-Pipeline und übernimmt nicht ungefiltert irgendwelche Informationen aus Magazinen oder Zeitungen, ohne eine Quellenkritik gemacht zu haben. Das ist peinlich!

    Nein, ich arbeite nicht direkt oder indirekt für BMW.

  2. […] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von gadgetjungle. gadgetjungle sagte: Sehr fragwürdig: Joschka Fischer wird Berater bei BMW | TechFieber …: Hot Gadget Blog. on Feuerrote DSLR: Pent.. http://bit.ly/Asrk […]

  3. anselm says:

    Peinlich?
    Bei allem Respekt vor Ihrer Philosophie: wenn rücksichtsloses Geldverdienen peinlich ist und sehr viel Gled sehr peinlich ist, dann haben Sie recht. Aber hat unser A…-Joschka in seinem Leben irgendwann nach solchen bürgerlichen Standpunkten gefragt? Er hat immer „antizyklisch“ gehandelt, um dieses Phänomen vornehm zu formulieren. Was dieser Mann Deutschland an wirtschaftlichem Schaden gebracht hat, läßt sich kaum ermessen. Trotzdem gilt er als der größte lebende Deutsche. In 10 Jahren bekommt er den Friedens-Nobelpreis. So machts man’s, wenn man’s richtig macht!

  4. @Anselm @Oma Hans
    Danke für den Kommentar! Nochmal: Der grünste aller Grünen lässt sich als PR-Männchen beim Luxus-Limousinen-Bauer BMW aufstellen und kassiert dafür einen sicherlich siebenstelligen Betrag. Damit ist doch eigentlich alles gesagt.

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